Waschen ist Würde – Hamburger Duschbus GoBanyo startet

Am Nikolaustag wurde auf St. Pauli der von uns geförderte Duschbus GoBanyo für wohnungslose Menschen der Öffentlichkeit vorgestellt. Ab sofort ermöglicht dieser Obdachlosen, sich in Privatsphäre zu duschen.

In einer emotionalen Erklärung beschrieb Mitinitiator Dominik Bloh seinen Werdegang, von seiner eigenen Obdachlosigkeit, hin zu der Idee, den Duschbus zu gründen bis zum heutigen Tag: „Waschen war für mich immer das Wichtigste, weil man sonst als Mensch isoliert ist. Ich habe mich immer gefragt, wo ich mich waschen kann, in Restaurants, in Bibliotheken. In der größten Not geht man aufs Bahnhofsklo. Der größte Luxus war für mich, mir einen Eintritt in ein Schwimmbad zu leisten. Jetzt sehe ich, dass Menschen durch GoBanyo Zugang zu Duschen haben. Und bei diesen Temperaturen im Dezember wünscht sich jeder Mensch eine warme Dusche.“

Das Team von GoBanyo

Möglich gemacht wurde der Duschbus nur durch ein großes Zusammenspiel an Organisationen, Unternehmen und vor allem engagierten Menschen. Durch ein Crowdfunding im Frühling dieses Jahrs, bei dem 3.500 Menschen aus ganz Deutschland mitgemacht haben, kamen insgesamt 168.641 Euro zusammen. Die Deutsche Fernsehlotterie fördert den Duschbus mit Personalkosten in Höhe von 167.000 Euro für drei Jahre. Damit werden zwei Angestellte finanziert, die den Bus fahren und die Obdachlosen betreuen. Zusätzlich werden immer zwei Ehrenamtliche den Bus begleiten. Für diese Aufgabe sucht das Projekt auch weiterhin nach Menschen, die sich engagieren wollen. Der Bus wurde von der Hamburger Hochbahn AG gespendet.

Würde bedeutet eben auch, dass man sich wohl fühlt, dass man willkommen ist.

Der Duschbus verfügt über drei voll ausgestattete Badezimmer, eines davon ist barrierefrei auch für obdachlose Rollstuhlfahrer nutzbar. Beim Ausbau des Busses wurde auch auf ein ansprechendes Design Wert gelegt. Würde bedeutet eben auch, dass man sich wohl fühlt, dass man willkommen ist.

Dazu gehört neben der Möglichkeit, sich zu duschen, auch saubere Kleidung, Kaffee und natürlich viele Gespräche mit Hilfsbedürftigen. Der Bus wird Anfangs an drei Standorten an vier Tagen für fünf Stunden stehen. Samstag steht der Bus ausnahmslos obdachlosen Frauen zur Verfügung und gibt ihnen einen Schutzraum.

·         ab 7. Dezember samstags HBF/Museum für Kunst und Gewerbe (Steintorplatz Ecke Brockestr.), Betriebszeit 13-18 Uhr

·         ab 8. Dezember sonntags HBF/Museum für Kunst und Gewerbe (Steintorplatz Ecke Brockestr.), Betriebszeit 13-18 Uhr (Frauentag)

·         ab 9. Dezember montags Fischmarkt, Betriebszeit 10-15 Uhr

·         ab 12. Dezember donnerstags Millerntor, Betriebszeit 9-14 Uhr

Bei der Pressekonferenz gab es emotionale Einblicke in die Entstehungsgeschichte von GoBanyo
Anselm und Stella, die den Bus betreuen werden über die Förderung der Deutschen Fernsehlotterie bezahlt.
Der Duschbus von GoBanyo ist ab sofort in Hamburg unterwegs.