Wie Streetworker in Plauen gegen Zwangsprostitution kämpfen

Der Verein KARO e.V. engagiert sich gegen Zwangsprostitution, Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung von Kindern. Die Streetworker in Plauen, Sachsen, stehen Betroffenen zur Seite und unterstützen sie beim Ausstieg aus der Prostitution.

Dort helfen, wo Hilfe nötig ist: Für die Streetworker von KARO ist es nicht immer leicht, betroffene Mädchen, Frauen oder Männer zu erreichen – denn diese leben oft völlig isoliert. „Sie kommen nicht aus den Wohnungen raus“, sagt Sozialarbeiterin Anna Ciecior. „Sie haben eigentlich keine Möglichkeit, ein Hilfsangebot zu erreichen.“

In der sächsischen Stadt Plauen und der näheren Umgebung gibt es einige bordellähnliche Einrichtungen: Wohnungen, die verteilt in verschiedenen Stadtgebieten liegen, oder kleine Einrichtungen, die als Nightclub oder Bar deklariert sind. Oft kommen die Menschen, die dort sexuelle Dienstleistungen anbieten müssen, aus Mittel- und Osteuropa, afrikanischen und asiatischen Ländern – und nur vereinzelt aus Deutschland. Sie sprechen kaum Deutsch, leben isoliert und werden von Zuhältern kontrolliert. Zum Alltag dieser Menschen gehört häufig psychische und physische Gewalt.

Die Streetworker von KARO gehen in die Wohnungen und Clubs oder kontaktieren die Frauen direkt auf der Straße. Sie informieren über niedrigschwellige Hilfen und Beratung und Unterstützen beim Ausstieg aus der Prostitution. Gleichzeitig soll auch die Öffentlichkeit für das Thema Zwangsprostitution sensibilisiert werden.

„Die Leute von KARO sind die einzigen Menschen, die mir geholfen haben“, berichtet eine Betroffene. „Sie sind vorbeigekommen, haben mich gefragt, wie es mir geht und mich dabei unterstützt, aus dem Milieu rauszukommen. Ich habe es wirklich geschafft, mit der Prostitution aufzuhören.“

Am Sonntag, den 25. März 2018 präsentieren die Sozialarbeiterinnen Anna Ciecior und Cathrin Schauer-Kelpin von KARO e.V. die Gewinnzahlen der Deutschen Fernsehlotterie in der ARD (18:49 Uhr und 19.59 Uhr).

Die Deutsche Fernsehlotterie

Dass Menschen, die Hilfe brauchen, diese auch erhalten, ist uns ein großes Anliegen. Umso mehr freut es uns, dass auch dank der 120.000 Euro Förderung die Arbeit der Streetworker gewährleistet werden kann. KARO e.V. ist übrigens nur eines von vielen sozialen Projekten, welche die Fernsehlotterie unterstützt. So konnten 2017 allein in Sachsen ganze 23 Hilfsprojekte mit über 2,2 Millionen Euro gefördert werden. Informationen über die gesamte Förderung des vergangenen Jahres und die Arbeit der Fernsehlotterie erhalten Sie in unserem Jahresbericht.

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