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Soziales Miteinander im Quartier

Zusammen mit ihren Mitspielern gestaltet die Deutsche Fernsehlotterie das soziale Miteinander in Deutschland. Dabei spielt neben dem ländlichen Raum auch die aktive Nachbarschaft in der Stadt eine wichtige Rolle. Hier stellen wir Ihnen fünf innovative Projekte vor.

Unsere Gesellschaft verändert sich. Die Menschen werden immer älter und bleiben länger fit. Ihren Lebensabend wollen sie nicht in Pflegeeinrichtungen verbringen, sondern so lange wie möglich in der vertrauten Umgebung bleiben. Um dieses Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Lebensqualität kümmern sich bundesweit zahlreiche Quartiersprojekte. Sie schaffen Infrastruktur für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, kümmern sich um öffentliche Barrierefreiheit und initiieren den Generationen-Dialog.

Für Christian Kipper, Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie und des Deutschen Hilfswerks, ist die Frage, wie das solidarische Miteinander in Zukunft organisiert werden kann, eine Herzensangelegenheit. „Der Nachbarschaft in Kommune und Quartier kommt eine besondere Bedeutung zu, denn es ist wichtig, gemeinsam dort Verantwortung zu übernehmen, wo Hilfe nötig ist“, sagt Kipper. Gerade vor Ort zeige sich deutlich, wie sehr Solidarität für eine aktive Gemeinschaft gebraucht werde.

Erfolgsbeispiele dafür sind aus seiner Sicht die zahlreichen, bunten Mehrgenerationen-Quartiere in Deutschland. Mehrgenerationenhäuser bringen hier mit Freizeitangeboten Jung und Alt zusammen, Beratungsstellen entlasten und beraten pflegende Angehörigen und Quartiersmanager sorgen für ein Miteinander der Kulturen. „Diese Gegenseitigkeit und der Blick für die Menschen in der Umgebung sind für unsere Gesellschaft sehr wichtig. Zusammen mit unseren Mitspielern wollen wir deshalb das solidarische Miteinander in Deutschland aktiv gestalten“, betont Kipper. Deshalb förderte die Soziallotterie allein im letzten Jahr 53 Quartierprojekte mit insgesamt 5,67 Millionen Euro.

Informationen über die Förderung von Projekten, die den Ansatz zur Quartiersentwicklung enthalten finden Sie hier.

Beispiel-Projekte aus der Förderung der Deutschen Fernsehlotterie

Fischeln, Krefeld: Demenz im Quartier

Im Stadtteil Fischeln in Krefeld leben besonders viele alte Menschen. Entsprechend hoch ist die Anzahl von Menschen mit Demenz. Der Arbeiter-Samariter-Bund hat ein besonderes Demenz-Projekt ins Leben gerufen: Betroffenen und pflegenden Angehörigen werden hier Hilfe, Freizeitangebote, Service und Rat geboten. Regelmäßige Angebote für Menschen mit und ohne Demenz bauen die Hemmschwellen bei der Begegnung ab – dazu gehören unter anderem Gitarrenkonzerte und Tanzabende. Es gibt Kurse, in denen das Gedächtnis trainiert wird. Und im „Fischeln Treff“ können sich Menschen mit einer beginnenden Demenz aktiv an einem wöchentlichen, auf ihre Wünsche abgestimmten Programm beteiligen. Zudem werden Angehörige durch ein ehrenamtliches Betreuungsangebot entlastet und haben zusätzlich die Möglichkeit, sich in einem Gesprächskreis mit anderen Angehörigen auszutauschen.

Lübeck: Frischer Wind am Brolingplatz

Das Quartiersprojekt Brolingplatz in Lübeck zeigt beispielhaft wie soziales Miteinander in der Nachbarschaft funktionieren kann: Angefangen hat alles mit einem mobilen Kaffeekorb. Mit diesem spazierte Frieda Stahmer durch das Viertel rund um den Brolingplatz, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und über ihre Wünsche und das Wohnen im Viertel zu sprechen. Rund um den Platz leben zwar 8050 Menschen, doch es gibt nur wenig Infrastruktur. Doch mit ihrem Einsatz schaffen es Frau Stahmer und ihr Team von der AWO, den tristen Stadtteil bunter zu machen und generationenübergreifend wieder für mehr Leben zu sorgen, Dialoge zu schaffen und Integration zu fördern. Aus der Aktion „Kaffeekorb“, bei der Frau Stahmer inzwischen von acht Anwohnern unterstützt wird, ist auch eine Kochgruppe entstanden, die mehrmals im Jahr die Nachbarschaft zum gemeinsamen Essen einlädt. Außerdem gibt es eine Nähgruppe, einen Spieletreff und eine Gärtnergruppe, die einen Kiezgarten errichten will.

Schwerin: Im gemeinsamen Spiel die eigenen Fähigkeiten erproben

Der Bauspielplatz Schwerin ist ein Abenteuerspielplatz für Klein und Groß: Auf rund 13.000 Quadratkilometern erwarten die Besucher unterschiedliche Erfahrungsbereiche. Im Mittelpunkt steht das elementare Lernen, im geschützten Raum findet ein kontrollierter Umgang mit Gefahren statt: Der gefährliche Hammer, die spitzen Nägel, die scharfe Säge – mit denen unter pädagogischer Betreuung im Baubereich eigene Hütten gezimmert werden. Das heiße (Lager-)Feuer, das den Mittelpunkt des Spielplatzes bildet. Ein weit über die Stadtteilgrenzen hinaus etablierter Anziehungspunkt für junge Eltern ist der Wasser-Bereich, wo Kinder matschen, planschen und experimentieren können. Hier sollen und dürfen Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen! Zudem gibt es neben den pädagogisch gebundenen Bereichen auch Orte wie Garten und Kletterbereiche für das freie unbeobachtete Spiel. Ausprobieren und die eigenen Fähigkeiten kennenlernen ist auf dem Bauspielplatz Schwerin das zentrale Thema für Jung – und Alt.

 

 

Steglitz, Berlin: Ein Kiez für alle

Ein Stadtteilführer von Jugendlichen für Jugendliche: Welche Ecken im Kiez sind interessant, welche ein Geheimtipp für junge Erwachsene? Und welche Aktivitäten können hier ausgeübt werden? Darüber haben sich Teenager im Alter von 8 bis 18 Jahre mit und ohne Immigrationshintergrund Gedanken gemacht – und in mehreren Workshops einen Stadtteilführer für Steglitz-Zehendorf entwickelt, der anderen Jugendlichen spannende Einblicke ins Quartier gewährt. „Welcome to Steglitz-Zehlendorf – dein Kiez mit Respekt“ gibt es in drei Sprachen: Englisch, Deutsch und Französisch. So bringt er junge Erwachsene mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammen und fördert das soziale Miteinander.

Bonn: Mit Rad zur Tat – Hilfe beim Start ins Berufsleben

Arbeitslose Jugendliche und junge Erwachsene mit Vermittlungshemmnissen werden im Bike-House der Bonner Caritas für den ersten Arbeitsmarkt qualifiziert. Neben einer Beschäftigung und dem Erwerb von Grundlagentechniken im Bereich Fahrradtechnik sind vor allem die Entwicklung von Arbeitstugenden, die Klärung von beruflichen Perspektiven sowie die Heranführung und Integration in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt die zentralen Ziele der Maßnahme. Zudem haben die Jugendlichen die Möglichkeit während der sechsmonatigen Qualifizierungsmaßnahme an sozialpädagogischen Begleitmaßnahmen teilzunehmen. Auch neu zugewanderte junge Menschen erhalten hier Hilfe bei der beruflichen Orientierung.