Themenbeitrag

Zukunftschancen – Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Familien

Im Rahmen ihrer Förderarbeit widmet sich die Stiftung auch den Bedürfnissen junger Menschen, die vom bestehenden Hilfesystem nicht ausreichend aufgegriffen werden.

Zukunftschancen
  • 09.08.2021
  • Autor Katharina Hofmann, Felix Forberg
  • Fotograf Guido Werner
  • Lesezeit1 Min.

Mit den Einnahmen aus unserem Losverkauf werden vielfältige soziale Projekte in ganz Deutschland gefördert. Die uns angeschlossene Stiftung Deutsches Hilfswerk verteilt diesen sogenannten Zweckertrag mit dem Ziel, das solidarische Miteinander in unserer Gesellschaft zu stärken. Im Rahmen ihrer Förderarbeit widmet sich die Stiftung auch den Bedürfnissen junger Menschen, die vom bestehenden Hilfesystem nicht ausreichend aufgegriffen werden. Wir haben die Stiftungskolleginnen und -kollegen befragt, wie genau das Deutsche Hilfswerk in dem Themenfeld hilft und welche Entwicklungen zu beobachten sind. Außerdem haben wir Eindrücke aus geförderten Projekten mitgebracht.

Die Corona-Zeit hat Spuren hinterlassen – besonders bei Kindern und Jugendlichen. Studien belegen, dass sich die Lebensqualität und die psychische Gesundheit junger Menschen in Deutschland im Verlauf der Pandemie verschlechtert haben: Fast jedes dritte Kind litt zehn Monate nach Beginn der Pandemie unter psychischen Auffälligkeiten. Sorgen und Ängste nahmen laut der zweiten COPSY-Studie (Corona und Psyche) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf [1] noch einmal zu, so wie auch depressive Symptome und psychosomatische Beschwerden. Gesunde Ernährung und Bewegung dagegen nahmen weiter ab. Betroffen sind vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Familien, die schon vor Corona besondere Herausforderungen zu meistern und Unterstützungsbedarf hatten.

Die Stiftung Deutsches Hilfswerk fördert vielfältige Projekte für Kinder und Jugendliche, die sich auf Bedürfnisse beziehen, die vom bestehenden Hilfesystem nicht ausreichend aufgegriffen werden. Im vergangenen Jahr konnten 43 solcher Projekte mit insgesamt 5,6 Millionen Euro gefördert werden – unter anderem solche, die Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche schaffen, Kinderrechte und Jugendschutz stärken, Kinder bei Ängsten, Sorgen und Depression helfen und Betroffene von sexualisierter Gewalt unterstützen.

Projektbeispiele: Psychosoziale Unterstützung vor und während Corona

Bei der digitalen Beratungsplattform KidKit der Drogenhilfe Köln (Fördersumme: 103.000 Euro) können Kinder und Jugendliche, die in Familien mit Suchterkrankungen, (sexualisierter) Gewalt und/oder psychischen Erkrankungen aufwachsen, kostenlos und anonym ihre Sorgen loswerden. „Wir haben 2020 im Vergleich zum Vorjahr 100 Prozent mehr Anfragen erhalten“, berichtet Sozialpädagogin Kristin Frank Anfang Januar 2021 im Interview. „In der Regel war die psychische Erkrankung eines Elternteils bis dahin das vorrangige Thema in unserer Beratung – jetzt haben wir einen extremen Zuwachs bei den Themen Gewalt und sexueller Missbrauch.“

Der Hamburger Verein „Zeit für Zukunft – Mentoren für Kinder e.V.“ (Fördersumme: 190.000 Euro) bringt Kinder aus belasteten Familien mit einer Bezugsperson außerhalb von Elternhaus und Schule in Kontakt. Mit Beginn der Corona-Pandemie stellte er seine Arbeit nicht ein, sondern um: „Mentoring lebt von der persönlichen Begegnung“, sagt Kathrin Sachse im April 2020 im Interview. „Auch wenn die gewohnten Tandem-Treffen nicht stattfinden können, sind unsere ehrenamtlichen Mentorinnen und Mentoren am Telefon oder per Videochat für die Kinder da, die oftmals in beengten Wohnverhältnissen leben mit zahlreichen Geschwisterkindern und mit Eltern, die alleinerziehend, gesundheitlich beeinträchtigt und/oder beruflich in existenziellen Sorgen und Nöten sind.“

Projektbeispiel: Begegnungen schaffen und Selbstbewusstsein stärken – auch in Pandemiezeiten

Auch das Projekt „Werkstatt – Kreativ – Integrativ – Haiterbach“ (Fördersumme: 163.000 Euro) im Mehrgenerationenhaus Haiterbach (Nordschwarzwald) hat sich der Herausforderung gestellt, Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse für Kinder trotz Kontaktbeschränkungen zu schaffen. Ziel des Projekts ist es, Kindern und Jugendlichen handwerkliche Fähigkeiten weiterzugeben, kreative Potenziale zu fördern und das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken. Mit digitalen statt analogen Workshops brachten die Engagierten Farbe in den grauen Lockdown-Alltag. „Wir haben alles drangesetzt, unsere Workshops trotzdem, aber eben auf andere Weise durchführen zu können“, sagt Projektmitarbeiterin Kerstin Hafner-Bross (hier erfährst du mehr).

Projektbeispiel: Gesunde Ernährung und Bewegung

Laut Deutschem Ärzteblatt geht ein niedriger sozioökonomischer Status der Familie in der Corona-Pandemie sehr deutlich mit dem Risiko einer Gewichtszunahme der Kinder einher [2]. Die Ergebnisse der dort zitierten Onlinebefragung sagen aus, dass Bewegungsmangel und der Konsum von Snacks und Softdrinks die häufigste Ursache sind. Die Stiftung Deutsches Hilfswerk fördert unter anderem auch solche Projekte, die Eltern und Kindern Wissen und Können rund um gesunde Ernährung vermitteln – im Jahr 2020 etwa das Projekt „Oase einfach lecker“ in Berlin mit 237.690 Euro: Gemeinsam werden dort Hochbeete angelegt und gepflegt. Die Kinder und Eltern lernen sinnlich erlebbar und ohne erhobenen Zeigefinger, wie Lebensmittel angebaut und verwendet werden und erfahren, wie sie sich mit wenigen Mitteln gesund ernähren können.

Auch im Bereich Sport und Bewegung ist die Stiftung aktiv: So bietet etwa der SV Bayer Wuppertal e.V. ein offenes Betreuungsangebot für Kinder (Fördersumme: 20.960 Euro), insbesondere aus sozial benachteiligten Familien und Familien mit Einwanderungsgeschichte. Die Kinder sollen in ihrer motorischen und persönlichen Entwicklung unterstützt werden. Auch der Jugend Tugend Hamburg e.V. (Fördersumme: 47.488 Euro) bietet offene Sportangebote für Jugendliche in schwierigen Lagen, kombiniert diese mit Kompetenztraining und bildet inzwischen ehemalige Teilnehmende zu Trainerinnen und Trainern aus.

Weitere Themen, Herausforderungen und Entwicklungen

Über diese Beispiele hinaus widmet sich das Deutsche Hilfswerk im Bereich Kinder, Jugendliche und Familien auch vielfältigen weiteren Themen. Dazu zählen die Kompetenzstärkung in der digitalen Bildung (hier findest du ein Interview mit dem Mädchenhaus KOMM in Hannover und hier eine Reportage aus dem Projekt „Wilde Medien“ in Leipzig) und vielfältiges Empowerment wie im Projekt „Starke Mädchen* im Hochland“ des Dresdner Vereins der Förderung der Jugend e.V. (Link). Auch die Förderung des Demokratie- und Gemeinschaftsverständnisses, der Identitätsbildung und -stärkung, psychosoziale Hilfen wie Online-Beratungen bei zum Beispiel Essstörungen, Suchtverhalten und Depressionen sowie diverse Anlauf- und Beratungsstellen in Familienzentren, Mehrfamilienhäusern und ähnlichen Einrichtungen hat die Stiftung im Blick.

„Von uns geförderte Projekte“ – Davon berichten wir immer wieder. Aber was bedeutet das eigentlich? In unserem Themenspecial „Wie wir helfen: Unsere Förderarbeit im Fokus“ erklären wir dir, wie die uns angeschlossene Stiftung Deutsches Hilfswerk bundesweit Menschen unterstützt. Als Soziallotterie gelten für uns in der Verwendung der Einnahmen aus dem Losverkauf feste gesetzliche Vorgaben. So gehen mindestens 30 Prozent unserer Einnahmen als sogenannter Zweckertrag an die Stiftung, um damit gemeinnützige Organisationen zu fördern. Im Jahr 2020 konnten wir deutschlandweit 315 Projekte mit über 42,4 Millionen Euro unterstützen.

Hier erfährst du mehr zu den Themenbereichen Selbstbestimmtes Altern, Nachbarschaft, Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche, Würde bewahren bei Krankheit und am Lebensende und Solidarisches Miteinander – Wo sind die Lücken?

Übrigens: Mindestens 30 Prozent unserer Einnahmen fließen in Form von Gewinnen zurück an unsere Mitspielerinnen und Mitspieler – in 2020 gewannen 814.797 Menschen in unserer Lotterie (hier geht’s zum Shop). Weitere Informationen zur Lotterie und Mittelverwendung findest du auch in unserem Jahresmagazin (Link).

Wie funktioniert die Förderung bei der Stiftung Deutsches Hilfswerk? Im Video erklären wir es dir:

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Quellen:

[1] https://www.uke.de/kliniken-institute/kliniken/kinder-und-jugendpsychiatrie-psychotherapie-und-psychosomatik/forschung/arbeitsgruppen/child-public-health/forschung/copsy-studie.html

[2] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/119111/Kinder-bewegen-sich-weniger-essen-schlechter-und-konsumieren-mehr-Medien

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