Themenbeitrag

Würde bewahren – bei Krankheit und am Lebensende

Im Rahmen ihrer Förderarbeit verfolgt die Stiftung auch das Ziel, die Lebenssituation von Menschen mit schwerer Erkrankung zu verbessen.

Mutmacher
  • 09.08.2021
  • Autor Felix Forberg, Katharina Hofmann
  • Lesezeit4 Min.

Mit den Einnahmen aus unserem Losverkauf werden vielfältige soziale Projekte in ganz Deutschland gefördert. Die uns angeschlossene Stiftung Deutsches Hilfswerk verteilt diesen sogenannten Zweckertrag mit dem Ziel, das solidarische Miteinander in unserer Gesellschaft zu stärken. Im Rahmen ihrer Förderarbeit verfolgt die Stiftung auch das Ziel, die Lebenssituation von Menschen mit schwerer Erkrankung zu verbessen. Wir haben die Stiftungskolleginnen und -kollegen befragt, wie genau das Deutsche Hilfswerk in dem Themenfeld hilft und welche Entwicklungen zu beobachten sind.

Am Anfang steht immer die Diagnose: Bei Selina lautete sie Nierenversagen. Sie war fünf Jahre alt, als die Erkrankung bei ihr festgestellt wurde. Bis zu ihrem dreizehnten Lebensjahr musste sie jede Nacht an ein Dialysegerät angeschlossen werden. Dann bekam sie eine Spenderniere. „Ich muss weiterhin jeden Tag Medikamente nehmen, was gerade als Teenager ziemlich schwer ist“, so beschreibt Selina, die nach ihrer Nierentransplantation Unterstützung von der Hamburger Lilli Korb Stiftung bekommt, ihren Alltag seit ihrer Diagnose. Die von der Stiftung Deutsches Hilfswerk geförderte psychosoziale Begleitung (Fördersumme: 40.800 Euro) hilft Kindern, mit den großen Herausforderungen umzugehen, die ein solcher Eingriff mit sich bringt.

Die Lebenssituation von Menschen zu verbessern, die wie Selina an einer schweren Krankheit leiden – dieses Ziel verfolgt die Stiftung Deutsches Hilfswerk mit ihren Projektförderungen. Ganz konkrete Hilfe bietet auch das Beratungsangebot der Deutschen Muskelschwund-Hilfe (Fördersumme: 57.960 Euro). Die in Hamburg ansässige Patientenorganisation setzt sich für Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen ein. In dem vom Deutschen Hilfswerk geförderten Projekt werden betroffene Familien unter anderem bei der Antragstellung bei Krankenkassen und beim Verfassen von Widersprüchen unterstützt, wenn Rehabilitationen oder Hilfsmittel nicht genehmigt werden.

Dem Deutschen Hilfswerk ist es ein Anliegen, insbesondere solche Projekte zu fördern, die möglichst vielen Betroffenen wirksam helfen. Dazu zählt zum Beispiel die Förderung der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern. Die Stammzellendatei der Stiftung versucht für jeden Patienten den passenden Spender zu finden, denn die Heilung von Leukämieerkrankten ist meistens nur durch die Transplantation von gesunden Stammzellen möglich. Mit Hilfe der 300.000-Euro-Förderung konnte die Stammzellenbank ausgebaut und somit mehr Menschen geholfen werden.

Herausforderungen und Tendenzen

Doch in vielen Fällen ist es nicht nur die Krankheit an sich, die sich negativ auf die Lebenssituation auswirkt. Zum einen ziehen körperliche Krankheiten oftmals psychischen Folgen nach sich. Zum anderen entspricht der gesellschaftliche Umgang mit Krankheiten nicht immer dem, was Betroffene sich wünschen. Das Deutsche Hilfswerk will Menschen mit schwerer Erkrankung auch darin unterstützen, dass sie in der Mitte unserer Gesellschaft leben können. Das gelingt vor allem dann, wenn man betroffenen Menschen Verständnis entgegenbringt und sich mit ihrer Situation auseinandersetzt.

Eine bestimme Krankheit stand in den vergangenen Monaten besonders im Fokus: Covid-19. Die Pandemie hat gesellschaftliche Herausforderungen offengelegt, die nun angepackt werden müssen. Dazu kommt, dass die Corona-Zeit vermehrt zu psychischen Belastungen geführt. Insbesondere Kinder und Jugendliche haben unter den Folgen des Lockdowns gelitten. Daher stellt sich die Frage, was es braucht, um Betroffene aufzufangen und Pandemien künftig besser bewältigen zu können.

Soziale Innovationen im digitalen Bereich können dabei eine wichtige Rolle spielen. Innovative Ansätze, die sich zum Beispiel durch den Einsatz von Virtual-Reality-Brillen auszeichnen, nehmen in der Förderarbeit des Deutschen Hilfswerks an Bedeutung zu. Das große Potenzial virtueller Realität wird derzeit in einem Pilotprojekt im Dr. von Haunerschen Kinderspital in München erforscht (Fördersumme: 210.000 Euro). In dem deutschlandweit einzigartigen Programm ergänzen sogenannte Child Life Specialists das behandelnde Klinikpersonal, um die bestehende psychosoziale Versorgung der jungen Patientinnen und Patienten zu verbessern – etwa bei unangenehmen Behandlungen wie dem Legen eines Zugangs.

Menschen trotz Hilfebedarf ein Leben in größtmöglicher Selbstbestimmung zu ermöglichen, ist ein zentrales Ziel des Deutschen Hilfswerks. Da zum Leben gehört auch der Tod gehört, stellt sich die Frage, wie mit der Tatsache umzugehen ist, dass sich viele Menschen auch beim Sterben Selbstbestimmung wünschen. Im Februar 2020 hat das Bundesverfassungsgericht ein Urteil ausgesprochen, dass jedem – nicht nur kranken oder alten Menschen – das Recht zustehe, aus dem Leben zu scheiden. Jeder Sterbewillige habe die Freiheit, sich ärztliche Hilfe zu suchen. Dieser Umstand wird zurecht kontrovers diskutiert, zeigt aber auch, welche Veränderungen, Erwartungen und Herausforderungen in unserer Gesellschaft zu beobachten und zu bewältigen sind. Das Deutsche Hilfswerk verfolgt auch diese Entwicklungen aufmerksam und befasst sich auch mit Maßnahmen, die sich an das Recht auf ein Sterben in Würde anschließen.

„Von uns geförderte Projekte“ – Davon berichten wir immer wieder. Aber was bedeutet das eigentlich? In unserem Themenspecial „Wie wir helfen: Unsere Förderarbeit im Fokus“ erklären wir dir, wie die uns angeschlossene Stiftung Deutsches Hilfswerk bundesweit Menschen unterstützt. Als Soziallotterie gelten für uns in der Verwendung der Einnahmen aus dem Losverkauf feste gesetzliche Vorgaben. So gehen mindestens 30 Prozent unserer Einnahmen als sogenannter Zweckertrag an die Stiftung, um damit gemeinnützige Organisationen zu fördern. Im Jahr 2020 konnten wir deutschlandweit 315 Projekte mit über 42,4 Millionen Euro unterstützen.

Hier erfährst du mehr zu den Themenbereichen Selbstbestimmtes Altern, Nachbarschaft, Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche, Würde bewahren bei Krankheit und am Lebensende und Solidarisches Miteinander – Wo sind die Lücken?

Übrigens: Mindestens 30 Prozent unserer Einnahmen fließen in Form von Gewinnen zurück an unsere Mitspielerinnen und Mitspieler – in 2020 gewannen 814.797 Menschen in unserer Lotterie (hier geht’s zum Shop). Weitere Informationen zur Lotterie und Mittelverwendung findest du auch in unserem Jahresmagazin (Link).

Wie funktioniert die Förderung bei der Stiftung Deutsches Hilfswerk? Wir erklären es im Video:

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