Zukunftschancen
Interview

„Wir brauchen neue, zukunftsweisende Ideen“

  • 09.08.2021
  • Autor Felix Forberg
  • Fotografin Stadt Nürnberg/Christine Dierenbach
  • Lesezeit3 Min.

Dr. Ulrich Maly, Vorstand der Stiftung Deutsches Hilfswerk und Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Fernsehlotterie, spricht über seine Motivation für dieses Ehrenamt, seine Verantwortung als Gremienmitglied und die Zukunft der Förderarbeit.

Dr. Ulrich Maly war 18 Jahre lang Oberbürgermeister von Nürnberg – bis er beschloss, bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr zu kandidieren. Für gesellschaft liche Themen macht sich der 61-Jährige aber weiterhin stark. Im November 2020 wählte ihn der Vorstand der Stiftung Deutsches Hilfswerk zum Vorsitzenden und damit auch zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Fernsehlotterie. 

Herr Dr. Maly, wie kommt man als langjähriger Oberbürgermeister dazu, den Vorstandsvorsitz einer der größten Förderstiftungen Deutschlands zu übernehmen?

Dr. Ulrich Maly: Der Deutschen Städtetag, der mit einem Sitz im Stiftungsvorstand vertreten ist, hat mich gefragt, ob ich Interesse hätte, in das Gremium entsendet zu werden. Natürlich habe ich Ja gesagt – auch als ich wenig später im Vorstand zum Vorsitzenden gewählt wurde, habe ich die Wahl gerne angenommen. Zum einen, weil ich auf die hervorragende Arbeit meiner Amtsvorgängerin Dr. Rosemarie Wilcken aufbauen kann. Zum anderen, weil Deutsche Fernsehlotterie und Deutsches Hilfswerk eine große Rolle für das soziale Netz vor Ort spielen, denn beide Organisationen stehen für bürgerschaftliches Engagement. Aus kommunaler Perspektive kann ich sagen, wie wichtig es für unsere Gesellschaft ist, dass sich Menschen für andere engagieren. Es gibt viele Möglichkeiten dies zu tun – der Kauf eines Loses der Deutschen Fernsehlotterie ist eine einfache und effektive: Mit den durch den Losverkauf eingespielten Zweckerträgen fördert das Deutsche Hilfswerk Projekte, die sich positiv und unmittelbar auf unser Zusammenleben auswirken.

Welche persönlichen Erfahrungen verbinden Sie mit der Deutschen Fernsehlotterie?

Dr. Ulrich Maly: Aus meiner persönlichen Erfahrung in Nürnberg weiß ich, dass die Projektförderung des Hilfswerks an unglaublich vielen Stellen zu einer Bereicherung und sogar Weiterentwicklung unseres Sozialstaats führt. Ob das die Obdachlosen- oder Flüchtlingshilfe ist, Seniorentagesstätten und -netzwerke oder die Angebote für Menschen mit Behinderung. Unsere Förderung macht aus guten Ideen gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Nun sind Sie als Vorstandsvorsitzender der Stiftung selbst an der Entscheidung über die Fördermittelvergabe beteiligt. Welche Verantwortung bringt dies mit sich?

Dr. Ulrich Maly: Eine große, denn der Vorstand steht als Entscheidungsgremium gegenüber den Mitspielerinnen und Mitspielern in der Pflicht. Sie vertrauen darauf, dass ihr Einsatz in die richtigen Projekte fließt. Darüber hinaus sind wir an den Stiftungszweck gebunden, der in der Satzung niedergelegt ist. Als die Stiftung im Jahr 1967 von der ARD und beauftragt von den kommunalen Spitzenverbänden gegründet wurde, hat man sich darauf verständigt, soziale zeitgemäße Maßnahmen und Einrichtungen aller Art, insbesondere solche mit Modellcharakter zu fördern. Zu beurteilen, ob Projekte modellhaft sind und ob sie ein soziales Problem wirkungsvoll lösen – das ist eine Aufgabe, die nicht immer leicht ist, bei der wir im Vorstand aber vom Stiftungsbüro und Stiftungskuratorium unterstützt werden.

Wo sehen Sie Ihre Aufgabe als Vorstandsvorsitzender und welche inhaltlichen Impulse wollen Sie setzen?

Dr. Ulrich Maly: Meine Aufgabe liegt darin, sicherzustellen, dass die Stiftung ihrem Zweck entsprechend arbeitet. Heute stellen sich uns ganz andere Herausforderungen als in den Sechzigerjahren. Was früher modellhaft war, ist es heute nicht mehr. Daher müssen wir uns in unserer Förderarbeit kontinuierlich weiterentwickeln. Ganz aktuell: Wie können wir mit sozialen Herausforderungen umgehen, die bislang kaum jemand gesehen hat, in der Corona-Zeit aber zutage getreten sind? Welche neuen Herausforderungen bringt die Zeit nach Corona mit sich? Wir brauchen neue, zukunftsweisende Ideen, um das Gemeinwesen in unserem Land weiter zu stärken. Aber vor allem brauchen wir Menschen, die sich für andere einsetzen. Insofern ist jede und jeder Einzelne gefragt, denn wir alle können Verantwortung übernehmen und Solidarität leben. Für diesen Gedanken stehe ich gemeinsam mit der Geschäftsführung.

„Von uns geförderte Projekte“ – Davon berichten wir immer wieder. Aber was bedeutet das eigentlich? In unserem Themenspecial „Wie wir helfen: Unsere Förderarbeit im Fokus“ erklären wir dir, wie die uns angeschlossene Stiftung Deutsches Hilfswerk bundesweit Menschen unterstützt. Als Soziallotterie gelten für uns in der Verwendung der Einnahmen aus dem Losverkauf feste gesetzliche Vorgaben. So gehen mindestens 30 Prozent unserer Einnahmen als sogenannter Zweckertrag an die Stiftung, um damit gemeinnützige Organisationen zu fördern. Im Jahr 2020 konnten wir deutschlandweit 315 Projekte mit über 42,4 Millionen Euro unterstützen.

Hier erfährst du mehr zu den Themenbereichen Selbstbestimmtes Altern, Nachbarschaft, Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche, Würde bewahren bei Krankheit und am Lebensende und Solidarisches Miteinander – Wo sind die Lücken?

Übrigens: Mindestens 30 Prozent unserer Einnahmen fließen in Form von Gewinnen zurück an unsere Mitspielerinnen und Mitspieler – in 2020 gewannen 814.797 Menschen in unserer Lotterie (hier geht’s zum Shop). Weitere Informationen zur Lotterie und Mittelverwendung findest du auch in unserem Jahresmagazin (Link).

Wie funktioniert die Förderung bei der Stiftung Deutsches Hilfswerk? Erfahre mehr im Video!

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