Themenbeitrag

Selbstbestimmtes Altern – Wie kann das funktionieren?

Selbstbestimmtes Altern ist eines von vielen Themen, denen sich die uns angeschlossene Stiftung Deutsches Hilfswerk im Rahmen ihrer Förderarbeit widmet.

Hilfe zur Selbsthilfe
  • 09.08.2021
  • Autor Katharina Hofmann, Felix Forberg
  • Fotograf Guido Werner
  • Lesezeit5 Min.

Mit den Einnahmen aus unserem Losverkauf werden vielfältige soziale Projekte in ganz Deutschland gefördert. Die uns angeschlossene Stiftung Deutsches Hilfswerk verteilt den sogenannten Zweckertrag mit dem Ziel, das solidarische Miteinander in unserer Gesellschaft zu stärken. Selbstbestimmtes Altern ist eines von vielen Themen, denen sich die Stiftung im Rahmen ihrer Förderarbeit widmet. Wir haben die Stiftungskolleginnen und -kollegen befragt, wie genau das Deutsche Hilfswerk in dem Themenfeld hilft und welche Entwicklungen zu beobachten sind.

Unsere Gesellschaft wird immer älter: War nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2020 jeder fünfte Mensch in Deutschland 67 Jahre oder älter, wird es im Jahr 2040 jeder vierte sein. Das bedeutet zum einen die Aussicht auf ein im Durchschnitt längeres und aktiveres Leben. Zum anderen bringt das kollektive Altern auch Herausforderungen mit sich, mit denen sich eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung verbindet: Wie können alle Seniorinnen und Senioren von der Digitalisierung profitieren, statt vom technischen Fortschritt abgehängt zu werden? Wie kann Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für diejenigen weiterhin sichergestellt werden, die im Alter in ihrer Mobilität eingeschränkt sind – insbesondere im ländlichen Raum? Wie kann man die stark wachsende Zahl Alleinlebender vor Vereinsamung schützen? Wie können (Wohn-)Bedingungen geschaffen werden, die es ermöglichen, auch bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit ein möglichst selbständiges Leben zu führen? Wie können Menschen mit wenig Rente weiterhin beispielsweise an kulturellen Veranstaltungen teilhaben? Die Fragen ließen sich immer weiter fortführen – sie alle laufen aber auf eine übergeordnete Frage hinaus: Wie können wir ausgehend von den Bedürfnissen alternder Menschen deren Lebenssituation aufrechterhalten, verbessern, ihren Wunsch nach Selbstbestimmung respektieren unterstützen sowie Teilhabe ermöglichen?

Der Mensch im Mittelpunkt

Mit dieser Frage beschäftigt sich die Stiftung Deutsches Hilfswerk in ihrer Förderarbeit zum Thema „Selbstbestimmtes Altern“. Über die Stiftung fördern wir soziale Projekte, die sich dieser Themen annehmen und sie aktiv angehen. Dabei ist zu beobachten, dass sich die meisten Vorhaben verstärkt darauf konzentrieren, den einzelnen Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, um ihn in die Lage zu versetzen, sich möglichst eigenständig ein eigenes Unterstützungsnetzwerke aufzubauen – hierbei spielt auch die Nachbarschaft eine wichtige Rolle (mehr über dieses Themenfeld erfährst du hier).

Diesen Ansatz verfolgt beispielsweise das Modellprojekt „Gute Lösungen für den Alltag“ der Evangelischen Stiftung Alsterdorf in Hamburg (Fördersumme: 552.000 Euro). Im Rahmen des Projekts setzen sich Lotsinnen und Lotsen dafür ein, gemeinsam mit älteren Menschen und pflegenden Angehörigen passgenaue Unterstützungsformen in der Nachbarschaft zu realisieren. Ziel ist es, eine „Handlungsgemeinschaft“ aufzubauen, bei der die verschiedenen Beteiligten an einem Strang ziehen.

Der einzelne Mensch und seine individuelle Biografie steht auch im Mittelpunkt der Pflegewohngemeinschaft der Schwulenberatung Berlin (Fördersumme: 300.000 Euro). Die Einrichtung bietet Platz für acht pflegebedürftige LSBTI*-Menschen und legt Wert auf diversitätssensible Pflege. Ziel ist es, die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ihrer Klient*innen, Bewohner*innen und Mitarbeitenden als wesentlichen Aspekt ihrer Persönlichkeit zu berücksichtigen.

Selbstbestimmtes Altern: Wichtige Entwicklungen und Tendenzen

Da die Stiftung Deutsches Hilfswerk die Aufgabe hat, insbesondere Projekte mit Modellcharakter zu fördern, setzt sie sich intensiv mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander. Beispielsweise hat kaum ein Thema unsere Gesellschaft in den vergangenen Jahren so sehr geprägt wie das Thema Digitalisierung. Im Jahr 2020 beschäftigte sich die Bundesregierung im achten Altersbericht mit der Frage, was die Politik dazu beitragen kann, damit sich die Digitalisierung positiv auf die Lebenssituation älterer Menschen auswirkt. Auch in den Projektförderungen des Deutschen Hilfswerks gewinnt das Thema immer mehr an Bedeutung – vom Bereitstellen einer kostenlosen Breitband-Internetverbindung in Pflegeeinrichtungen über das Heranführen an altersgerechte Assistenzsysteme bis hin zu PC-, Tablet- und Smartphone-Schulungen und weiteren Angeboten im Bereich der digitalen Bildung für Senior*innen.
Im Projekt „SeNoMe plus“ in Ludwigshafen etwa (Fördersumme: 155.693 Euro) werden ältere Menschen von jungen Ehrenamtlichen an die digitale Welt herangeführt. Durch aufsuchende Arbeit (das heißt, dass die Menschen dort aufgesucht werden, wo sie zu Hause sind) werden auch diejenigen erreicht, die nicht mehr so mobil sind oder sich mit anderen Menschen zu treffen scheuen. Der Zugang in die digitale Welt bietet hier eine gute Grundlage zu mehr Selbstbestimmung. Projekte, die Digitalisierung auf vielfältige Weise in die Lebenswelt älterer Menschen bringen, werden auch in Zukunft wichtig sein – das Deutsche Hilfswerk erwartet deshalb auch, dass Bewerbungen um Fördermittel in diesem Bereich weiter ansteigen.

Einsamkeit ist ebenfalls ein Thema, das insbesondere ältere Menschen betrifft. Auch hier bieten nachbarschaftliche Projekte eine große Chance, dem entgegenzuwirken. Im Projekt KulturistenHoch2 in Hamburg (Fördersumme: 159.890) begleiten Schülerinnen und Schüler ältere, alleinlebende und einkommensschwache Seniorinnen und Senioren zu kulturellen Veranstaltungen (lies hier eine Reportage über das Projekt [Link]). Bei „In Würde Teilhaben“ in Marburg wiederum (Fördersumme: 170.185 Euro) werden hochaltrige, vereinsamte und isoliert lebende Menschen miteinander vernetzt. Im Video siehst du, wie Karl und Vera sich kennengelernt haben.

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Mit einer alternden Gesellschaft nimmt auch das Thema Demenz an Bedeutung zu – und damit die Fragen, wie betroffene Menschen unterstützt werden können, wie sie trotz veränderter kognitiver Fähigkeiten in unserer Gesellschaft integriert bleiben und wie wir Vorurteile gegenüber der Krankheit abbauen können. Da die Deutsche Fernsehlotterie an der im Jahr 2020 von der Bundesregierung beschlossenen Nationalen Demenzstrategie mitwirkt, will die Stiftung Deutsches Hilfswerk dazu beitragen, die Versorgung und die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern. Im Jahr 2020 hat die Stiftung 2,3 Millionen Euro für 23 Projekte bereitgestellt, die sich schwerpunktmäßig diesem Thema widmen.

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Das Thema Altern beschäftigt das Deutsche Hilfswerk schon seit seiner Gründung im Jahr 1967. In diesem Zusammenhang spielt das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA), das sich als Vorreiter für innovative Lösungsansätze versteht und auch in den Gremien des Deutschen Hilfswerks vertreten ist, eine wichtige Rolle. Aktuell beschäftigt sich das KDA im Rahmen des Projekts „Wohnen 6.0“ (Fördersumme: 412.000 Euro) unter anderem mit der Frage, wie der Bereich der institutionellen Langzeitpflege neu ausgerichtet werden kann. Schon die jetzige, aber auch die zukünftige Seniorengeneration wünschen sich auch bei schwerem Pflegebedarf mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten. Die Betroffenen wollen angesichts des wachsenden Risikos einer Altersarmut zum Beispiel mehr Einfluss auf die Kostengestaltung haben.

Das Thema Altern betrifft uns alle, denn wir alle altern und wir alle haben bestimmte Vorstellungen davon, wie wir alt werden wollen. Durch ihre Projektförderungen trägt die Stiftung Deutsches Hilfswerk dazu bei, dass Menschen auf die Art und Weise alt werden können, wie sie es sich wünschen.

„Von uns geförderte Projekte“ – Davon berichten wir immer wieder. Aber was bedeutet das eigentlich? In unserem Themenspecial „Wie wir helfen: Unsere Förderarbeit im Fokus“ erklären wir dir, wie die uns angeschlossene Stiftung Deutsches Hilfswerk bundesweit Menschen unterstützt. Als Soziallotterie gelten für uns in der Verwendung der Einnahmen aus dem Losverkauf feste gesetzliche Vorgaben. So gehen mindestens 30 Prozent unserer Einnahmen als sogenannter Zweckertrag an die Stiftung, um damit gemeinnützige Organisationen zu fördern. Im Jahr 2020 konnten wir deutschlandweit 315 Projekte mit über 42,4 Millionen Euro unterstützen.

Hier erfährst du mehr zu den Themenbereichen Selbstbestimmtes Altern, Nachbarschaft, Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche, Würde bewahren bei Krankheit und am Lebensende und Solidarisches Miteinander – Wo sind die Lücken?

Übrigens: Mindestens 30 Prozent unserer Einnahmen fließen in Form von Gewinnen zurück an unsere Mitspielerinnen und Mitspieler – in 2020 gewannen 814.797 Menschen in unserer Lotterie (hier geht’s zum Shop). Weitere Informationen zur Lotterie und Mittelverwendung findest du auch in unserem Jahresmagazin (Link).

Wie funktioniert die Förderung bei der Stiftung Deutsches Hilfswerk? Wir erklären es im Video.

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