Miteinander in Viertel
Themenbeitrag

Nachbarschaft – Fundament für eine starke Gesellschaft

  • 09.08.2021
  • Autor Katharina Hofmann, Felix Forberg
  • Lesezeit3 Min.

Mit den Einnahmen aus unserem Losverkauf werden vielfältige soziale Projekte in ganz Deutschland gefördert. Die uns angeschlossene Stiftung Deutsches Hilfswerk verteilt diesen sogenannten Zweckertrag mit dem Ziel, das solidarische Miteinander in unserer Gesellschaft zu stärken. Ein wichtiger Förderschwerpunkt ist die Quartiersarbeit, die sich dem Zusammenleben in Nachbarschaften widmet. Denn Nachbarschaft ist ein wichtiges Fundament für ein starkes Miteinander – und eine starke Gesellschaft. Wir haben die Stiftungskolleginnen und -kollegen befragt, wie genau das Deutsche Hilfswerk in dem Themenfeld hilft und welche Entwicklungen zu beobachten sind. Außerdem haben wir Eindrücke aus geförderten Nachbarschaftsprojekten mitgebracht.

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Um das Wir-Gefühl unserer Gesellschaft zu stärken, müssen wir dort anfangen, wo Menschen im Kleinen zusammenkommen: in den Nachbarschaften. „Eine gute Nachbarschaft lebt von der Vielfalt der unterschiedlichen Lebensentwürfe im Miteinander“, weiß Sascha Thon, Projektleiter im Quartiersprojekt „Willkommensbüro Süderelbe“ in Hamburg-Harburg (Fördersumme: 255.000 Euro). „Meine Vision von einer guten Nachbarschaft ist ein Miteinander, das von Wertschätzung, Toleranz und Nachhaltigkeit getragen wird“, betont auch Lisa Bost, die in Stadtteilprojekt in der saarländischen Stadt Merzigarbeitet. Ihre Aufgabe als Quartiersmanagerin im Projekt „Merzig – Stadt und Land im Dialog“ (Fördersumme: 106.000 Euro) sieht sie insbesondere darin, Räume zu schaffen und zu öffnen, in denen Platz für alle Menschen im Quartier ist. Diesen beiden und allen weiteren von der Stiftung Deutsches Hilfswerk geförderten nachbarschaftlichen Projekten ist gemein, dass sie die Verständigung über unterschiedliche soziale Kreise und über Generationen hinweg zum Inhalt haben, um ein großes „Wir“ entstehen zu lassen. Dabei spielt es eine wichtige Rolle, Begegnungsräume zu schaffen und Menschen mit unterschiedlichen Organisationen, Akteuren und Angebotenim Quartier zu vernetzen. Denn: Es bedarf des öffentlichen Raums, um mit Menschen außerhalb der eigenen „sozialen Blase“ und über den eigenen Freundes- und Familienkreis hinaus in den Austausch zu treten und so ein übergreifendes Gemeinschaftsgefühl entwickeln zu können.

„Wir wollen eine Nachbarschaft schaffen, in der Herausforderungen gemeinschaftlich bearbeitet werden, in der jeder Mensch die Möglichkeit hat, seine Interessen und Talente miteinzubringen und seinen Sozialraum auch dahingehend zu gestalten“, sagt Marlene Franck vom Innovationslabor für Integration in Stuttgart (Fördersumme: 597.000 Euro). „Mit unserem Projekt schaffen wir dafür einen wichtigen Möglichkeitsraum. Zum einen, weil wir Menschen mitnehmen, mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen, aber sie auch im gestalterischen Prozess begleiten.“ Das heißt, Nachbarinnen und Nachbarn werden darin unterstützt, aktiver Teil ihrer Umwelt und ihrer Lebenswelt zu sein. „Dadurch werden Ideen produziert und in die Umsetzung begleitet“, so Franck. „Zum anderen aber wird durch die Begleitung und die Methoden, die wir anwenden, eine gewisse Kompetenz bei den Menschen aufgebaut, um auch in anderen Bereichen Ideen zu entwickeln und Projekte zu gestalten.“

Nachbarschaften: Orte der Vielfalt

Quartiersprojekte sind vielfältig und können viel bewirken, auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und dem Älterwerden unserer Gesellschaft: Sie bringen Menschen zusammen – Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher sozialer und kultureller Hintergründe. Sie aktivieren bürgerschaftliches Engagement, schaffen Raum für neue Ideen und stärken die Gemeinschaft – direkt vor unserer Haustür.

Im Quartier von Timo Flick in Wuppertal-Vohwinkel (Förderung: 83.900 Euro) leben etwa 5.500 Menschen. „Wir sind eine ganz bunte, multikulturelle Nachbarschaft: Es gibt viele Familien, aber auch ältere Leute, die hier wohnen. Viele, die neu zugezogen sind, aber auch viele Menschen, die schon lange hier wohnen und hier verwurzelt sind“, sagt der Quartiersmanager. Was fehlten, seien Orte, an denen man sich begegnen kann. „Deshalb haben wir einen betreuten Spielplatz aufgebaut, auf dem Nachbarinnen und Nachbarn zusammenkommen können, ein Ort der Begegnung mit einem friedlichen Miteinander.“

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Stefanie Böhm, Quartiersmanagerin in Hannover-List (Fördersumme: 89.046 Euro), sagt: „Am besten bringt man Menschen über niedrigschwellige Angebote und Aktionen in den Austausch: Wir haben einen gemeinschaftlich genutzten Kleingarten, in den man sich einbringen kann, einen Spielplatz, der groß genug ist für Alt und Jung und auch Raum für Sport und Grillfeste bietet, einen kleinen Park, in dem wir zusammen Boule oder Wikingerschach spielen.“ Ihre Vision ist es, die Menschen zusammenzubringen und Dinge zu teilen. „Nicht nur Gespräche“, sagt sie, „sondern vielleicht auch Geräte verleihen, einfache Nachbarschaftshilfe eben.“ Annemarie lebt im Viertel der Quartiersmanagerin. Sie sagt: „Hier ist es so, dass jede Person auf die andere ein bisschen aufpasst – wenn jemand längere Zeit nicht gesehen worden ist, dann fragen wir: Können wir helfen, was ist los? Das finde ich stark. Auch bei technischen Sachen gibt es immer jemanden, der hilft. Wenn ich eine Bohrmaschine brauche, weiß ich, wo ich sie mir ausleihen kann.“

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Nachbarschaftliche Projekte: Herausforderungen und Tendenzen

Quartiersprojekte sind dazu da, die Ressource Nachbarschaft zu erschließen, freiwilliges Engagement in Gang zu setzen und zu begleiten. Renate aus Fulda engagiert sich im „MITmach-Kaufhaus“ (Fördersumme: 109.135 Euro). „Wir helfen hier ehrenamtlich mit: aufräumen, dekorieren, umräumen – damit die Atmosphäre für alle stimmt“, sagt sie. Die Seniorin nimmt wiederum auch selbst an anderen Angeboten im Haus teil – etwa der Bastelgruppe. „Da sind viele verschiedene Leute und es ist ein schönes Miteinander: Man lernt voneinander und es sind einfach schöne Begegnungen, die man da hat.“ Menschen wie Renate, die sich engagieren möchten, gibt es in vielen Nachbarschaften. Viele Quartiersmanager sagen sogar, ihre Arbeit sei insbesondere dann erfolgreich, wenn sie eigentlich nicht mehr gebraucht werden, weil sie das Quartier in die Lage versetzt haben, sich selbst zu managen. Was es dennoch braucht, sind Rahmenbedingungen, die flexibel an die Bereitschaft der Freiwilligen ausgerichtet sind. Viele Kommunen haben inzwischen erkannt, dass eine übergeordnete Koordinierungsstelle notwendig ist, um das Engagement zu bündeln und zu organisieren. Ziel muss es sein, die im System vorhandenen Ressourcen effektiver und effizienter zu nutzen. Denn wenn Menschen in ihrer Nachbarschaft gut leben können und die Unterstützung finden, die sie dafür benötigen, führt dies zu Identifikation. Je mehr Menschen sich mit ihrer Nachbarschaft identifizieren, desto stärker wird das Wir-Gefühl – das Gefühl, das entsteht, wenn Menschen sich ihrer Gemeinsamkeiten bewusst sind.

„Von uns geförderte Projekte“ – Davon berichten wir immer wieder. Aber was bedeutet das eigentlich? In unserem Themenspecial „Wie wir helfen: Unsere Förderarbeit im Fokus“ erklären wir dir, wie die uns angeschlossene Stiftung Deutsches Hilfswerk bundesweit Menschen unterstützt. Als Soziallotterie gelten für uns in der Verwendung der Einnahmen aus dem Losverkauf feste gesetzliche Vorgaben. So gehen mindestens 30 Prozent unserer Einnahmen als sogenannter Zweckertrag an die Stiftung, um damit gemeinnützige Organisationen zu fördern. Im Jahr 2020 konnten wir deutschlandweit 315 Projekte mit über 42,4 Millionen Euro unterstützen.

Hier erfährst du mehr zu den Themenbereichen Selbstbestimmtes Altern, Nachbarschaft, Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche, Würde bewahren bei Krankheit und am Lebensende und Solidarisches Miteinander – Wo sind die Lücken?

Übrigens: Mindestens 30 Prozent unserer Einnahmen fließen in Form von Gewinnen zurück an unsere Mitspielerinnen und Mitspieler – in 2020 gewannen 814.797 Menschen in unserer Lotterie (hier geht’s zum Shop). Weitere Informationen zur Lotterie und Mittelverwendung findest du auch in unserem Jahresmagazin (Link).

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