Zukunftschancen
Themenbeitrag

Hilfe für Frauen in Not

  • 10.02.2021
  • Autorin Katharina Hofmann

Es sind oft schwere Schicksalsschläge, tiefe Einschnitte in die eigene Biografie, die Frauen hier her führen: Die Einrichtung „Hannah“ der Diakonie Frankfurt am Main hilft wohnungslosen Frauen, neue Zukunftsperspektiven zu entwickeln.

Die Trennung vom Partner, Gewalterfahrungen in der Beziehung, eine enorme Schuldenlast oder auch der Tod eines Familienmitglieds – dies sind nur einige wenige Gründe, die dazu führen können, dass Biografien brüchig werden und Betroffene plötzlich ohne Wohnung und ohne Hoffnung dastehen. Dass sie nicht mehr weiter wissen. Und Hilfe brauchen. 

Themenwoche „Die Unsichtbaren: Wohnungslose Frauen“


Frauen, die keinen festen Wohnsitz haben und sich zwischen einem Leben in Notunterkünften und auf der Straße bewegen, sind im Straßenbild sind kaum sichtbar. Doch sie sind ein Teil unserer Gesellschaft. Ihre Schicksale lassen sich nur schwer erfassen: Viele Betroffene gehen mit ihrer Situation nicht öffentlich um. Warum das so ist und vor welchen besonderen Herausforderungen Frauen auf der Straße stehen – darüber haben wir im Rahmen unserer Themenwoche „Die Unsichtbaren: Wohnungslose Frauen“ mit verschiedenen Hilfsreinrichtungen und einer Betroffenen gesprochen.

Hier findest du alle Beiträge zur Themenwoche.

„Es kann jeden treffen“, weiß Katrin Mönnighoff-Umstätter. Die Diplom-Sozialpädagogin leitet das Übergangswohnheim „Hannah – Wohnen für Frauen“ in Frankfurt am Main. Hier gibt es mit zehn Notfallschlafplätzen schnelle und unkomplizierte Hilfe für wohnungslose Frauen. „Bis zu zehn Tage können die Frauen bleiben“, erklärt Katrin Mönnighoff-Umstätter. „In diesen Tagen prüfen wir, wo es Problemlagen gibt und was möglich gemacht werden kann. Wenn die Frau etwa einen Job hat, ansonsten klarkommt und die Wohnungslosigkeit das vorrangige Problem ist, kann sie über das Sozialamt in zwischengenutztem Wohnraum unterkommen.“ Viele Betroffene jedoch, sagt die Sozialpädagogin, habe die prekäre Situation krank gemacht: „Die Psyche leidet. Viele Frauen, die zu uns kommen, haben außerdem schon Gewalt erlebt. Sexuelle Übergriffe.“

Deshalb bietet das Projekt auch die Möglichkeit für eine stationäre Betreuung: Bis zu zwei Jahre können wohnungslose Frauen hier leben – und nach dem Einzug erst mal zur Ruhe kommen. „Oft sind sie angespannt, wenn sie zu uns kommen“, so Mönnighoff-Umstätter. „Wenn sie sich gefestigt und stabilisiert haben, kann die Arbeit aufgenommen werden.“ Denn eine Mitwirkung ist hier Pflicht: Gemeinsam mit Sozialarbeiterinnen arbeiten die Frauen daran, neue Struktur in ihr Leben zu bringen und werden etwa darin unterstützt, wichtige Anträge zu stellen oder Bewerbungen zu schreiben. Das Ziel ist es, sie am Ende in ein selbstbestimmtes Leben und in die eigene Wohnung zu entlassen.

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Erfolgsgeschichten

„Ich erinnere mich an zwei Frauen, die aus wirklich sehr prekären Lebensverhältnissen erst mal bei uns aufs Notbett kamen“, erzählt Mönnighoff-Umstätter. „Da hatte man am Anfang das Gefühl, dass man nicht mal ein richtiges Gespräch mit ihnen aufbauen konnte.“ Doch nach der stationären Aufnahme haben sich beide gut stabilisieren können. „Sie haben einen Job gefunden, während sie hier waren – eine der beiden hat von hier aus eine Ausbildung zur Altenpflegerin begonnen. Sie hat bis heute keinen Fehltag, die ganze Ausbildung durchgehalten – und steht jetzt kurz vor den Prüfungen. Das finde ich bewundernswert.“ Beide Frauen leben inzwischen in ihren eigenen Wohnungen.

Als Soziallotterie fördern wir über die uns angeschlossene Stiftung Deutsches Hilfswerk vielfältige Hilfsprojekte in ganz Deutschland – darunter auch solche für obdachlose und wohnungslose Menschen. So konnten wir u.a. auch das Projekt „Hannah – Wohnen für Frauen“ mit 100.000 Euro unterstützen. Du möchtest uns dabei helfen, auch in Zukunft Projekte wie diese und viele weitere zu fördern? Das geht ganz einfach: mit einem Los!

Übrigens: In der Vergangenheit haben uns auch die ehemals obdachlosen Männer Johannes (Obdachlos – aber nicht würdelos!) und Dominik („Man hält sich selbst für Dreck“) vom Leben auf der Straße und dem Kampf, den es mitbringt, berichtet.

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