Miteinander in Viertel
Video

„Hallo Frau Nachbarin!“ – Begegnungen im Viertel

  • 29.05.2021
  • Lesezeit3 Min.

Quartiersmanagerin Stefanie Böhm nimmt uns im Video mit durch das Viertel List Nord-Ost in Hannover. Dabei trifft sie auf einige Nachbarinnen, die erzählen, wie die Menschen vor Ort zusammenkommen – und welche Visionen sie für eine gute städtische Nachbarschaft haben.

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Mein Name ist Stefanie Böhm. Ich bin die Quartierskoordinatorin des Quartiersprojektes in der List Nord-Ost von der AWO. Wir stehen hier vor der Begegnungsstätte in der List. Das ist eine kleine, ruhige Seitenstraße. Die Begegnungsstätte ist Teil eines Neubaus. Der ist vor sechs Jahren gebaut worden und ist ein gemeinschaftliches Wohnprojekt. Die Begegnungsstätte ist ein Ort für viele, viele Menschen hier im Quartier. Es gibt viele verschiedene Angebote. Von Seiten der Quartiersentwicklung haben wir zum Beispiel ein kleines, offenes Nachbarschaftscafé und Kulturveranstaltungen.

[Nachbarin] Diese Nachbarschaft ist besonders dadurch gekennzeichnet, dass man miteinander zu tun hat und sich trifft. Die Chancen, dass man Kontakte bekommt, sind hier auch noch im Alter gegeben. Und meine besondere Chance ist, dass hier sehr viele Leute mit Hunden wohnen und ich jeden Hund ansprechen muss und dadurch auch schon viele Nachbarn außerhalb des Hauses kennengelernt habe.

[Stefanie Böhm] Es gibt viele Momente, wo sich Menschen hier begegnen können. Wir haben zum einen den Schulgarten vom Kleingartenbezirksverband. Das ist ein Garten, wo sich die Nachbarn treffen können, wo sie teilweise auch mithelfen können bei Gartenarbeiten. Gerade Ältere, die den Garten abgegeben haben, helfen hier den Verantwortlichen, den Garten instand zu halten und auch die Anlagen im Quartier instand zu halten. Da haben sich viele nette Kontakte in den letzten Jahren ergeben, auch durch die Quartiersarbeit. Wir konnten im Nachbarschaftsgarten kleine Aktionen machen. Es gab Vorträge von Imkern und alles Mögliche. Das hat dazu beigetragen, dass man sich hier trifft, dass man sich kennt, dass man seine Hilfe und Unterstützung anbietet.

[Nachbarin] Wir helfen uns gegenseitig und das finde ich total gut. Wenn jemand längere Zeit nicht gesehen worden ist, dann fragen wir: „Können wir irgendwo helfen? Was ist eigentlich los?“ Das finde ich stark.

[Stefanie Böhm] Dann haben wir in der Straße das Familienzentrum, mit dem machen wir zusammen verschiedenste Aktionen. Jetzt in der Corona-Zeit haben wir zum Beispiel über 600 Schnecken im Stadtteil verteilt. Die haben Nachbarinnen und Nachbarn vorher geknetet aus Salzteig und dann haben wir die im Stadtteil versteckt. Die Leute wurden aufgerufen, Fotos zu machen und ihre Lieblingsschnecke zu fotografieren. Das nächste, was wir jetzt machen, ist eine kleine Ausstellung mit den Fotos. Die hängen wir an die Wand vom Familienzentrum – das ist wieder eine Aktion mit der Nachbarschaft, in der Nachbarschaft. Und alles führt dazu, dass man sich begegnet, dass man sich trifft, dass man in den Austausch kommt und sich auch im Alltag gegenseitig unterstützt.

[Nachbarin] Ich bin hierhergezogen, weil ich seniorengerechter wohnen wollte, mit städtischer Anbindung, also Straßenbahn, Bus, Einkaufsmöglichkeiten – und viel, viel Grün um mich herum. Das waren die Hauptgründe.

[Stefanie Böhm] Meine Vision für eine gute, städtische Nachbarschaft ist vor allem, dass Menschen Räume gemeinsam nutzen. Also, dass wir sowas wie den Spielplatz gemeinsam nutzen. Dass hier sowohl Familien mit Kindern sein können, dass es hier aber auch Gruppen gibt – Ältere, Jüngere – die hier vielleicht zusammen Sport machen, zusammen grillen. Der Platz ist groß genug. Um Generationen zusammenzubringen und in den Austausch zu kommen. Ich glaube, es ist wichtig, dass man Menschen in den Austausch bringt und das funktioniert am besten über niedrigschwellige Angebote und viele Möglichkeiten, in Kontakt zu kommen. Das ist meine Vision: Die Menschen, egal welcher Couleur, zusammenzubringen und Dinge zu teilen. Also nicht nur, Gespräche zu teilen, sondern auch, sich vielleicht auch Geräte zu teilen, sich Dinge gegenseitig zu verleihen, um nicht alles anschaffen und kaufen zu müssen.

[Nachbarin] Wir können uns auch gegenseitig helfen, so mit technischen Sachen. Wenn ich eine Bohrmaschine brauche, dann weiß ich ungefähr, wo ich sie bekomme und entweder hilft mir die Person dabei oder ich bekomme sie ausgeliehen. Auch zum Kaffeetrinken, dass ich einfach zu der Nachbarin gehe – „Darf ich mich zum Kaffee…“ – „Ja, komm rein, komm rein!“ – also, das finde ich gut. Es heißt natürlich von mir, dass ich die Person selber anspreche. Das ist wichtig.

[Stefanie Böhm] Hast du ein konkretes Beispiel für gute Nachbarschaft?

[Nachbarin] Unter mir wohnt eine ältere Frau und ich kann sehr gut hören. Ich habe geschlafen, bin unterbrochen worden, weil ich dachte, ich träume irgendwie und dann habe ich gehört: „Hilfe, Hilfe, Hilfe!“ Ich bin in die Klamotten und zu der anderen Nachbarin gegangen, von der ich wusste, die hat den Schlüssel. Wir sind beide in die Wohnung der Nachbarin gegangen und das war wirklich richtig gewesen. Wir konnten gleich was organisieren und es wurde ihr geholfen. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass sie Diabetikerin ist. Sie hatte da also was vergessen, und ihr wurde geholfen. Und dann bin ich wieder zu der Schlüsselnachbarin gegangen, erstmal ein Käffchen trinken, erstmal runtergekommen. Und dann haben wir uns beide gefreut. Und die Töchter genauso, die haben sich sehr bedankt, aber die ältere Frau auch. Und das ist noch zwei Mal passiert, also… Es heißt einfach, mutig zu sein, egal welche Uhrzeit. Einfach gucken – entweder ist alles in Ordnung oder es war genau richtig.

Was ist Quartiersmanagement?

„Ziel der Quartiersentwicklung ist, die Lebensumstände der im Quartier lebenden Menschen zu verbessern. Es sollen nicht einzelne Zielgruppen isoliert in den Blick genommen werden, sondern im Sinne „inklusiver Quartiere“ eine größtmögliche Versorgungssicherheit und soziale Teilhabe entwickelt werden. Dazu unterstützt die Stiftung in besonderem Umfang soziale Maßnahmen.“

So steht es in den Förderkriterien der Stiftung Deutsches Hilfswerk, über die der von uns eingespielte Zweckertrag an soziale Projekte ausgeschüttet wird. Die Quartiersentwicklung in Hannover List Nord-Ost der AWO Region Hannover haben wir mit 89.046 Euro gefördert.

In Teil 1 unserer zweiteiligen Themenwoche „Nachbarschaft – Stadt und Land“ erfährst du mehr über das urbane Miteinander und wie es gelingen kann. Folge uns auch auf Instagram, um weitere Beiträge der Themenwoche zu sehen!

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