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Ricarda aus Berlin: „Es ist schlimm, wenn Menschen nicht mehr wie Menschen behandelt werden“

Im Interview zu unserer Kampagne erzählt Ricarda (25), wie Begegnungen auf Augenhöhe gelingen können.

Mutmacher
  • 15.03.2021
  • Lesezeit5 Min.

Ricarda (25) lebt und arbeitet in Berlin. Im Spot unsere neuen Kampagne wünscht sich die Freelancerin und Hobby-Schauspielerin, dass wir uns in der Gesellschaft wieder mehr auf Augenhöhe begegnen. Im Interview „hinter den Kulissen“ erzählt sie jetzt, wie das gelingen kann.

Deutsche Fernsehlotterie: Ricarda, im Herbst haben wir uns zum Dreh für unsere Kampagne getroffen. Wie hat dir der Tag gefallen?

Ricarda: Der Dreh hat sehr viel Spaß gemacht. Es wurde viel Wert darauf gelegt, man selbst zu sein. Das fing bei der Maske und beim Kostüm an: Ich durfte mitbestimmen und alles so wählen, wie ich es auch im Alltag tragen würde. Dadurch habe ich mich sehr wohl gefühlt. Auch das anschließende Gespräch war in einem natürlichen Rahmen. Es wirkte kaum wie ein Interview, sondern mehr wie ein offener Austausch unter Freunden.

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Deutsche Fernsehlotterie: Im Spot sprichst du auch über Hilfsprojekte und welchen Anteil die Gesellschaft am solidarischen Miteinander hat. Welches soziale Thema liegt dir besonders am Herzen?

Ricarda: Gerade in Berlin sehe ich manchmal, wie Menschen von anderen teilweise nicht mehr wie Menschen behandelt werden. Für mich persönlich ist das mit am schlimmsten anzusehen, wenn beispielsweise jemand einfach nur als „Obdachloser“ gesehen wird und nicht als obdachloser Mensch. Das äußert sich dadurch, dass Betroffenen kaum noch in die Augen geguckt wird, sich andere offensichtlich angeekelt wegdrehen und vieles mehr. Indem wir schnell vorbeigehen oder bloß nicht hinschauen wollen, schließen wir Menschen bewusst aus der Gesellschaft aus. Meiner Meinung nach kann eine vermeintlich „gesunde“ Gesellschaft, die dadurch entsteht, dass einfach benachteiligte Menschen ausgeschlossen werden, nicht funktionieren.

Als Soziallotterie fördern wir vielfältige soziale Projekte – auch für Menschen, die auf der Straße leben. So haben wir z.B. das Harburg-Huus, eine Aufenthaltsstätte für obdachlose Menschen und ihre Hunde, mit einer Förderung unterstützen können. Auch zur Umsetzung des GoBanyo-Duschbusses haben wir einen großen Teil beigetragen. Welche Idee dahinter steckt, erzählt Mitgründer Dominik Bloh, der selbst viele Jahre auf der Straße lebte, im Interview „Man hält sich selbst für Dreck“

Vom 08.-12. Februar 2021 beleuchteten wir das Thema hier im Online-Magazin und auf unseren Social Media-Kanälen (InstagramFacebook) aus der weiblichen Perspektive. Hier findest du die gesamte Themenwoche: „Die Unsichtbaren: Wohnungslose Frauen“

Du möchtest uns helfen, solche Projekte und viele weitere zu unterstützen? Das geht ganz einfach: mit einem Los!

Deutsche Fernsehlotterie: Wie können wir uns als Gesellschaft wieder mehr auf Augenhöhe begegnen?

Ricarda: Ich denke, es ist wichtig, grundsätzlich erst mal nicht das Negative in Menschen zu sehen. Das klingt banal, aber es gibt da ein einfaches Beispiel, da erwischen wir uns glaube ich alle dabei, dass wir leider oft zu negativ denken. Also: Man steht im Supermarkt an der Schlange und eine Person geht einfach an der langen Schlange vorbei und legt seine Sachen direkt auf das Kassenband. Was denken wir jetzt? Wahrscheinlich doch eher: „Was für ein Idiot! Wie kann man denn die Schlange nicht sehen?“ Das bringen wir dann leider auch in der Kommunikation so rüber, tippen die Person also eher selten an uns sagen: „Hey, ich glaube du hast nicht gesehen, wo die Schlange anfängt, aber ich lasse dich heute gern mal vor.“ Ich glaube, wir unterstellen oftmals anderen Menschen erst mal etwas Negatives, wodurch wir auch negativ werden und uns daher kaum noch auf Augenhöhe treffen können. Es ist aber wichtig, genau dort anzusetzen. Also beim Sprechen wieder in die Augen zu schauen und nicht so schnell zu urteilen.

Deutsche Fernsehlotterie: Was verbindet dich mit uns?

Ricarda: Mit einem Los der Deutschen Fernsehlotterie kann man Glück, Solidarität und Freude miteinander verbinden. Meine Eltern haben sich beispielsweise die Lose gegenseitig geschenkt. Somit hatten beide den Sofortgewinn, nämlich andere Menschen unterstützt zu haben und dazu noch die Chance, selbst etwas zu gewinnen.

Eine junge Frau erzählt etwas, hinter ihr ist eine Leinwand, auf der das Wort sozial steht.

Deutsche Fernsehlotterie: Welchen Traum würdest du dir mit einem Gewinn erfüllen?

Ricarda: Aktuell zieht es mich wieder raus aus der Stadt, mehr in die Natur. Für einen perfekten Ausgleich würde ich mir bei einem Gewinn unglaublich gern ein Tiny House in der Natur bauen wollen oder als Zwischenlösung einen Van ausbauen, um mit diesem ab und zu mal aus der Stadt auszubrechen.

Deutsche Fernsehlotterie: Danke, Ricarda, für deine Unterstützung. Du bist ein Gewinn!

In unserer neuen Kampagne lassen wir Menschen zu Wort kommen, die eine ganz persönliche Verbindung zu uns haben. Menschen, die uns seit vielen Jahren mit ihrem Los helfen, soziale Projekte zu unterstützen. Menschen, die engagiert sind, in von uns geförderten Projekten oder anderweitig. Menschen, die von einem Gewinn träumen. Menschen, die besondere Erlebnisse mit uns verbinden. Kurz – viele unterschiedliche Menschen, die aber Eines eint: Sie unterstützen uns dabei, die Idee des solidarischen Miteinanders in unserer Gesellschaft zu stärken – mit einem Los, mit persönlichem Engagement, mit Achtsamkeit im Alltag, mit Herz.

„Wir wollen in einer offenen Atmosphäre über freie Interviews ohne Skript und Vorgaben Menschen und ihren Gedanken zu Solidarität und Miteinander in unserem Land eine Bühne geben und so erklären, was wir mit der Förderung hunderter Projekte jedes Jahr dazu beitragen“, beschreibt unser Geschäftsführer Christian Kipper die Idee hinter der Kampagne. „Die Offenheit der Menschen hat uns beeindruckt und überwältigt.“

Zum Start der Kampagne im Herbst 2020 erzählten Gabriele (53)Teresa (32)Peter (65)Ove (35)Sarah (24) und das Großmutter-Enkelin-Duo Karin (79) und Mila (20), was Solidarität für sie bedeutet und was sie mit uns verbindet. Nun gesellen sich weitere Protagonist*innen mit ihren persönlichen Geschichten dazu: Wilfried (66), Ricarda (25), Kahan (40), Franziska (48) und Stephan (40), Oliver (22) sowie Auto-Gewinnerin Berit (50) mit ihrer Schwester Kerstin.

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