Logo der Fernsehlotterie
Teilen

Kinder haben Rechte

Am Kindertag stehen – na klar! – Kinder und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt. Er wird international gefeiert, in Deutschland sogar gleich zweimal: am 20. September und am 1. Juni. Aber auch der 20. November steht ganz im Zeichen der Kinder – und vor allem: ihrer Rechte. Doch: Welche Rechte haben Kinder überhaupt? Und in welchen sozialen Projekten in Deutschland wird sich dafür eingesetzt, dass sie diese auch kennen und wahrnehmen können?

Kinder sitzen in einer großen Schaukel und holen Schwung.

Vor rund 400 Jahren wurden Kinder behandelt wie Erwachsene: Sie zoge sich an wie Erwachsene, hielten sich dort auf, wo sich auch Erwachsene aufhielten und arbeiteten wie Erwachsene. Erst später, mit Beginn der Aufklärung, kam ein neues Verständnis von Kindheit als eigenem Lebensabschnitt auf. Dass Kinder auch bestimmte Rechte haben, wurde aber erst im 20. Jahrhundert festgelegt: Zunächst in der „Children’s Charta“, die 1924 vom Völkerbund verabschiedet wurde – jedoch keine rechtliche Verbindlichkeit hatte. Sprich: Daran halten musste man sich nicht. Mit Auflösung des Völkerbundes 1946 verlor sie dann auch wieder ihre Grundlage.

Auch die „Erklärung der Rechte des Kindes“ von 1959 blieb ohne rechtliche Bindung. Erst 30 Jahre später verabschiedete die Vollversammlung der Vereinten Nationen die aus der Erklärung der Rechte des Kindes entstandene Kinderrechtskonvention, die am 20. November 1989 in Kraft trat. Inzwischen wurde das Dokument von 195 Staaten unterzeichnet und ist damit die meist gezeichnete Konvention der Welt!

Die Kinderrechtskonvention geht alle etwas an. Denn, so unterschiedlich die Nöte z.B. von Kindern in Entwicklungsländern und denen in Industriestaaten auch sein mögen: In allen Ländern der Welt gibt es Kinder, die sich in Not befinden. Alle Staaten, die die Kinderrechtskonvention unterzeichnet haben – darunter auch die Bundesrepublik Deutschland –, haben sich verpflichtet, den in ihrem Land lebenden Kindern all ihre Rechte zu sichern.

Kinder springen von der schwingenden Schaukel.

Die UN-Kinderrechtskonvention definiert alle Menschen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahr als Kinder. Sie besteht aus 54 Artikeln. Diese lassen sich thematisch in vier vom UN-Ausschuss definierte Allgemeine Prinzipien zusammenfassen: Nichtdiskriminierung, Vorrang des Kindeswohls, Recht auf Leben und Entwicklung und Recht auf Beteiligung.

Die zehn wichtigsten Kinderrechte*

  1. Alle Kinder haben dieselben Rechte. Und das unabhängig von Sprache, Religion oder Hautfarbe, ob Mädchen oder Junge, mit Behinderung oder ohne.
  2. Kinder haben das Recht auf Schutz und elterliche Fürsorge. Jedes Kind braucht ein behütetes Zuhause und eine liebevolle Familie – ob biologische, Adoptiv- oder Pflegeeltern, alleinerziehende/r Mutter oder Vater, ob Einzelkind oder unter Geschwistern.
  3. Jedes Kind hat das Recht auf eine Identität. Dazu gehört z.B. auch das Recht auf einen Namen und eine Nationalität.
  4. Kinder haben das Recht auf Privatsphäre und eine Erziehung ohne Gewalt. Ein Kind darf niemals verletzt, beschimpft oder bedroht werden. Ohrfeigen oder ein Klaps auf den Po gehören nicht zu einer gewaltfreien Erziehung.
  5. Kinder haben das Recht zu lernen und in die Schule zu gehen.
  6. Kinder haben das Recht auf Spiel, Freizeit und Erholung. Das heißt, dass auch der Raum hierfür geschaffen und zur Verfügung gestellt werden muss.
  7. Kinder haben das Recht, sich zu informieren, ihre eigene Meinung zu haben und nach dieser auch gefragt zu werden in allen Entscheidungen, die sie betreffen. Eltern sollen ihre Kinder miteinbeziehen. Auch, wenn Behörden oder Gerichte Urteile fällen – z.b. bei einer Scheidung – ist es wichtig, dass Kinder vorher angehört werden.
  8. Kinder mit einer Behinderung haben das Recht, betreut und gefördert zu werden. Eine Grundvoraussetzung dafür, dass sie als Erwachsene ein weitgehend selbstständiges Leben führen können! Und eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die jedoch auch heute noch immer wieder rechtlich festgelegt und gewährleistet werden muss.
  9. Kinder dürfen nicht arbeiten oder ausgebeutet werden. Wie bereits erwähnt, brauchen Kinder Zeit für sich, fürs „Kindsein“. Sie dürfen deshalb nicht arbeiten. Ab 14 Jahren sind kleinere Arbeiten erlaubt, z.B. Babysitten oder den Rasen des Nachbarn mähen – allerdings nicht länger als 2 Stunden am Tag.
  10. Kinder haben das Recht auf Schutz vor Kriegen und auf der Flucht. Muss ein Kind flüchten, gewähren alle Länder, deren Regierungen die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben haben, diesem Flüchtlingskind Schutz. Das Kind darf nicht in den Krieg zurückgeschickt werden und es muss ihm geholfen werden. Ganz wichtig: Ein Kind, das flüchten musste, hat im neuen Land dieselben Rechte wie alle anderen Kinder auch.

*Die Nummerierung entspricht nicht jenen der Artikel. Die komplette Kinderrechtskonvention im Wortlaut findest Du u.a. auf der Seite des Deutschen Kinderhilfswerks.

Kostenlose Ferien für sozial benachteiligte Kinder: Die Kinderreisen der Deutschen Fernsehlotterie

Von Beginn an setzt sich die Deutsche Fernsehlotterie auch für Kinder und Jugendliche in Deutschland ein: 1956 startete die erste Ziehungssendung unter dem Titel „Ferienplätze für Berliner Kinder“. Zum 50. Jubiläum im Jahr 2006 ließen wir diese Tradition unter dem Namen Kinderreisen neu aufleben. Was zunächst als einmalige Aktion geplant war, wird bis heute fortgeführt: Seitdem erhalten jedes Jahr über 1.000 Kinder aus sozial benachteiligten Familien in ganz Deutschland die Möglichkeit, eine aufregende Ferienwoche zu erleben, aus der sie auch immer etwas fürs Leben mitnehmen. Für viele der Kinder ist es der erste Urlaub überhaupt.

2018 geht es für die ersten Kinder übrigens am 8. Juli los, ins Rittergut  Lüzensömmern!

Warum der Kindertag in Deutschland zweimal gefeiert wird…

1954 wurde UNICEF von den Vereinten Nationen beauftragt, einen weltweiten Kindertag einzurichten. Alle Länder konnten entscheiden, an welchem Tag sie feiern möchten. UNICEF empfahl als Datum den 20. September – was die Bundesrepublik Deutschland so übernommen hat.

Die DDR hatte bereits zuvor den 1. Juni als Datum für den Kindertag gewählt und seit 1950 gefeiert. Seit der Wiedervereinigung gibt es nun also zwei Tage, an denen auf die Rechte und Bedürfnisse von Kindern aufmerksam gemacht wird.

Von der Hausaufgabenbetreuung bis zum liebevollen Zuhause auf Zeit: Soziale Projekte für Kinder

Über unsere Stiftung, das Deutsche Hilfswerk, unterstützen wir auch vielfältige soziale Projekte, die sich auf die Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und Familien beziehen und auf Bedarfe, die von der vorhandenen Infrastruktur nicht ausreichend aufgegriffen werden (können). Sie alle leisten tolle Arbeit und unterstützen Kinder darin, ihre Rechte zu (er)leben!

Die folgenden Projekte haben wir für unser Magazin „Du bist ein Gewinn“ vor Ort besucht. Weitere Initiativen und Einrichtungen für Kinder und viele weitere Menschen, die Hilfe brauchen, findest Du außerdem unter geförderte Projekte.

Klei­ne Künst­ler, große Chan­cen

Der Ve­rein Stern des Sü­dens hilft so­zi­al be­nach­tei­lig­ten Kin­dern auf dem Weg in eine bes­se­re Zu­kunft. Dabei darf auch der Spaß nicht feh­len!

Mehr erfahren

Ein zwei­tes Zu­hau­se

Im Kin­der- und Ju­gend­heim Ro­dis­hain in Thü­rin­gen be­kom­men klei­ne Men­schen eine neue Chan­ce.

Mehr erfahren

Die hei­len­de Kraft des Hu­mors

Kin­der mit Be­ein­träch­ti­gung kön­nen im Ae­gi­di­us­haus mit ihrer Fa­mi­lie eine ent­spann­te Zeit er­le­ben und viel la­chen – auch dank der Cli­nic-Clowns.

Mehr erfahren

Kin­der­treff auf Rä­dern

Das Sport­mo­bil der Frank­fur­ter Ca­ri­tas fährt dort­hin, wo Kin­der sich selbst über­las­sen sind und die Nach­mit­tage auf der Stra­ße ver­brin­gen.

Mehr erfahren

„So herr­lich frei“

Ali­nas Haut ist so dünn, dass die kleins­te Rei­zung sie ernst­haft ver­letz­ten kann. Aber sie hat eine The­ra­peu­tin: die Stute Mag­gy.

Mehr erfahren

Kin­der unter Kin­dern

In Köln Nip­pes haben Kin­der und Ju­gend­li­che sich ihren ei­ge­nen Treff­punkt ge­baut. Auch Flücht­lin­ge hei­ßen sie hier will­kom­men.

Mehr erfahren

Zukunftschancen

Autorin

Katharina Hofmann

Fotograf

Jan Ehlers

Teilen

Weitere spannende Artikel

„Das ist ein Schlag ins Gesicht“

Emir hat eine Form von Leukodystrophie, eine seltene, unheilbare Erkrankung. Doch der Einjährige ist ein Kämpfer – und ein kleines Wunder.

Mehr erfahren

Der Hundertjährige, der ins Wasser stieg und schwamm

Er ist Deutschlands ältester Ehrenamtlicher: Leopold Kuchwalek bringt seit 34 Jahren Berliner Kindern das Schwimmen bei.

Mehr erfahren

Hallo Nachbar! Lust auf einen Kaffee?

Das Garten-Café in Münster ist Treffpunkt für Nachbarn: Beim Klönen über den Kuchentellerrand entsteht hier ein neues Wir-Gefühl im Viertel.

Mehr erfahren

Leben mit einem Tabu

Zum Welt-Aids-Tag 2017: Bei VHIVA KIDS erhalten junge Mütter mit HIV und betroffene Familien Hilfe – und Hoffnung.

Mehr erfahren

Wie können Kinder in Deutschland noch besser unterstützt und in ihren Rechten bestärkt werden?

Noch 500 Zeichen möglich.

0 Kommentare

Jedes Los hilft!

Und jeder, der mitspielt, ebenfalls. So sind alle, die bei unserer Lotterie mitmachen, ein Gewinn für alle, die Hilfe brauchen. Gemeinsam unterstützen wir das Gemeinwesen in Deutschland. Mach' auch Du mit!

Los kaufen