Hilfe im Notfall: krisenchat hilft Jugendlichen per WhatsApp

Manchmal ist die erste Nachricht ganz kurz. Ein „Hallo“ und nichts weiter. Dann fragt das krisenchat-Team erst einmal behutsam nach: Wie heißt du? Wie alt bist du? „Der Name ist ganz wichtig für eine Vertrauensbasis“, erklärt krisenchat-Mitarbeiterin Julia Thomas. „Und das Alter müssen wir wissen, weil wir eine Elfjährige anders anspreche als eine 18-Jährige.“ Erst dann erfragt die Beraterin langsam, was den Chatter oder die Chatterin bedrückt. Denn wer sich via WhatsApp oder SMS an krisenchat wendet, hat definitiv Redebedarf.

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WhatsApp

Ähnlich wie das bundesweite Kinder- und Jugendtelefon bietet krisenchat schnelle und unbürokratische Beratung in Krisen. Gegründet wurde das gemeinnützige und spendenfinanzierte Berliner Unternehmen schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie, richtig Fahrt nahm die Arbeit dann aber im ersten Lockdown auf. Viele Kinder und Jugendliche vermissten viel zu lange ihre Freunde, den Sportverein und die Schule; Fälle häuslicher Gewalt nahmen zu. Eine Nach-Corona-Zeit, in der alle Auswirkungen der Isolation wieder „gut gemacht“ werden können, scheint für viele Kinder nicht in Sicht.

Oftmals sucht das krisenchat-Team schon parallel zum Gespräch Beratungsstellen am Wohnort des Chatters oder der Chatterin heraus. Generell ist die Weitervermittlung in andere Hilfsangebote das Hauptziel von krisenchat. Die etwa 30 hauptamtlichen und 300 ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen hören erst einmal zu und helfen dann, die Probleme anzugehen. In den vergangenen Monaten beschäftigt auch der Krieg in der Ukraine viele Kinder und Jugendliche. „Zusätzlich zu privaten Sorgen äußern die Jugendlichen Zukunftsängste, auch in Bezug auf den Klimawandel“, so Julia Thomas.

Seit kurzer Zeit hat das krisenchat-Team auch ein Hilfsangebot für ukrainische Kinder und Jugendliche aufgebaut und bietet die Beratung auf Ukrainisch und Russisch an.