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Gesellschaft spielt – und näht!

Petra Fuchs, Vorsitzende des Vereins „Spielecafé der Generationen – Jung und Alt spielt e.V.“ aus Pfarrkirchen, Bayern, über virtuelle Spielzimmer – und Gummibänder.

Deutsche Fernsehlotterie: Wie ist euer Projekt von der Corona-Pandemie betroffen und welche Herausforderungen bringt dies für euch mit?

Petra Fuchs: Normalerweise bringen wir mit unserem Angebot Menschen aller Generationen aus der Nachbarschaft zusammen. Sie sitzen gemeinsam am Tisch, spielen Brettspiele, lernen sich so kennen. Dies ist nun nicht mehr möglich. Uns ist es wichtig, vor allem die älteren, die regelmäßig zu uns kamen und nun ganz alleine zu Hause sind, in dieser Situation nicht alleine zu lassen, ihnen dennoch Abwechslung zu bieten.

Petra Fuchs mit einer älteren Frau im Arm, im Hintergrund sind Brettspiele

Foto: Petra Fuchs (links) mit einer Besucherin des „Spielecafés der Generationen“, vor der Corona-Krise.

Deutsche Fernsehlotterie: (Wie) könnt ihr auf die aktuelle Situation reagieren?

Petra Fuchs: Viele unserer Besucherinnen und Besucher vermissen es, miteinander Gesellschaftsspiele zu spielen. Deshalb haben wir das „Spielecafé der Generationen“ ins Netz gebracht: Wir bieten allen die Möglichkeit, online zu spielen. Dem Brettspielen am Tisch wird das zwar nicht sehr nahe kommen, doch es ist eine Möglichkeit, die uns die nächste Zeit ein wenig erleichtern kann. Alles, was man dafür braucht, ist eine stabile Internetverbindung und ein internetfähiges Gerät, also ein Laptop, PC, Smartphone oder Tablet. Über eine App und einen Einladungslink können unsere Spielenden auf unser Angebot zugreifen und gemeinsam spielen. Eine ausführliche Anleitung, wie man die App installiert, haben wir online gestellt – und wir helfen auch telefonisch weiter, wenn etwas unklar ist.

Deutsche Fernsehlotterie: Wie kann man die Menschen in eurer Nachbarschaft noch unterstützen?

Petra Fuchs: Unser Landkreis ist massiv betroffen, die Zahlen der Infizierten wachsen täglich. Wichtig ist, dass wir zusammenhalten. Auch wir wollten etwas Gutes tun. Also haben wir uns mit Pflegeheimen, ambulanten Diensten und sogar Kliniken in Verbindung gesetzt und erfahren, dass der Bedarf an Mundmasken sehr groß ist. Daher haben wir eine große Nähaktion gestartet und die Menschen aufgerufen, mitzumachen – als Helfende oder, indem sie Stoffe und Gummibänder spenden. Wir haben inzwischen über 60 Näherinnen und Näher, 1.300 Mundmasken wurden bereits herausgegeben, weitere 2.500 werden bald fertig sein. Wichtig ist allerdings, dass diese Masken nicht zertifiziert sind und nicht vor Ansteckung schützen!

Verschiedene Mundschutze liegen auf dem Tisch.

Foto: Einige der bunten Mundmasken, die von Freiwilligen für die Aktion #nähengegencorona hergestellt wurden.

Die Masken dienen als Übergang, wenn keine zertifizierten Masken vorhanden sind. Es geht dabei vor allem darum, andere zu schützen. Dies ist unser oberstes Ziel! Es ist berührend, wie viel Unterstützung wir erhalten. Wie viele kleine Geschichten in der Nachbarschaft passieren, die uns Zuversicht und Hoffnung geben: Nachbarschaftshilfe, die von jungen Menschen für Ältere und Risikogruppen organisiert werden. Von einer berufstätigen, zweifachen Mutter, die sich die Zeit nimmt, Masken zu nähen – nicht nur für ihre eigene Familie, sondern auch für uns als Verteil-Organisation. Wir wünschen uns, dass der Zusammenhalt, der jetzt entsteht, noch lange anhält und uns als Gesellschaft stärkt.

Petra Fuchs und das Team des Spielecafés der Generationen bringen Nachbarinnen und Nachbarn aller Alterklassen zusammen. Wir unterstützen sie dabei mit über 68.000 Euro.

Gesellschaft spielt – auch in Zukunft!

Vergangenes Jahr haben wir Petra Fuchs und ihr Vereins-Team besucht. Lies hier nach, wie sie Nachbarinnen und Nachbarn mit Brettspielen zusammenbringen – und das hoffentlich schon bald wieder.

Zur Reportage
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Mutmacher

Autor

Katharina Hofmann

Fotograf

Jan Ehlers; Spielecafé der Generationen

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