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„Gemeinsam werden wir gut durch diese Krise gehen“

Annette Krüger, Gründerin und Projektleiterin von #Bikeygees, erzählt im Interview, wie sie Frauen auch weiterhin in ihrem Recht auf Freiheit unterstützt und wie der Verein es schafft, optimistisch durch die Krise zu gehen.

Bei #Bikeygees lernen Frauen aus aller Welt das Fahrradfahren – für viele von ihnen bedeutet dies ein großes Stück neu gewonnene Freiheit. Neben dem praktischen Training, lernen sie vom ehrenamtlichen Team auch die Verkehrsregeln. Erst, wenn sie beides gut beherrschen und verkehrssicher fahren können, erhalten sie vom Verein ein eigenes Fahrrad mit Helm und Schloss. Die ausgegebenen Fahrräder sind Spenden von Berliner*innen. Vom Verein werden sie vor der Ausgabe auf Sicherheit geprüft und gegebenenfalls repariert.

Deutsche Fernsehlotterie: Wie ist euer Projekt von der Corona-Pandemie betroffen und vor welchen Herausforderungen steht ihr aktuell?

Annette Krüger: Wir bringen Frauen aus aller Welt das Fahrradfahren bei. Das haben wir schon über 950 Mal gemacht. Natürlich betrifft uns die Corona-Krise, das ist keine Frage. In der Regel üben wir in sehr großen Gruppen sehr kontaktnah. Das findet gerade nicht statt.

Annette Krüger sitzt an einem Tisch
Zwei Frauen stützen eine dritte Frau, die auf einem Fahrrad sitzt

Fotos: Annette Krüger, Gründerin und Projektleiterin von #Bikeygees (links); Fahrradtraining bei #Bikeygees vor der Corona-Krise (rechts)

Deutsche Fernsehlotterie: (Wie) könnt ihr auf die aktuelle Situation reagieren?

Annette Krüger: Wir haben das Glück, dass wir im letzten Jahr schon sehr vielen Frauen das Fahrradfahren beigebracht haben, mit denen wir jetzt intensive Einzelcoachings machen. Die Frauen finden das fantastisch, nebenbei klären wir sie auf. Zum Beispiel über Hygieneregeln und was sich gerade verändert. Wir haben sehr viele Ehrenamtliche, die für uns Gesichtsmasken genäht haben, die wir jetzt verteilt haben und erklärt haben, wie diese richtig verwendet werden. Wir hatten das in diesem Jahr sowieso vor, auch Fahrradtouren zu machen. Das stand jetzt an und das können wir natürlich wunderbar kontaktfrei machen. Verkehrsregeln erklären wir jetzt per Video-Chat, das hat super geklappt. Das Schöne war, dass Frauen, die uns teilweise gar nicht mehr so häufig besucht haben, weil sie ein paar Probleme mit der Kinderbetreuung hatten, jetzt regelmäßig daran teilnehmen. Oder andere Teilnehmerinnen, die in anderen Städten wohnen – das ist auch ein Gewinn, muss ich an dieser Stelle sagen. Wir haben an Ostern mit über 20 Frauen online gebruncht. Wir sehen das ganze optimistisch und gehen kreativ damit um.

Screenshot

Foto: Screenshot von #Bikeygees

Deutsche Fernsehlotterie: Wie kann man euch derzeit am besten unterstützen?

Annette Krüger: Wir ihr uns helfen könnt? Vielleicht verbringen manche ja ihre Zeit jetzt in eine Wohngemeinschaft und haben eine Mitbewohnerin oder einen Mitbewohner, die oder der nicht Fahrradfahren kann. Dann schlage ich vor: Bringt es ihr oder ihm doch einfach bei! Das Immunsystem zu stärken, Freude mit Menschen zu teilen, das ist eine unheimlich wichtige Sache. Im Moment spüre ich doch wieder einen deutlichen Anstieg von Solidarität und Miteinander. Wenn wir uns umeinander kümmern, dann glaube ich, dass wir gemeinsam gut durch diese Krise durchgehen.

Wir haben #Bikeygees mit rund 120.000 Euro gefördert.

Durch diese Fördermittel konnte neben dem Training auf dem Fahrradplatz in der Mitte Berlins eine zweite Trainingsstelle in Berlin-Hohenschönhausen eingerichtet werden.

Fahrrad fahren kann doch jede*r – oder nicht?!

Im vergangenen Jahr besuchten wir das Team von #Bikeygees in Berlin. Lest hier, was wir an diesem Tag erlebt haben.

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