Gegen Stigmatisierung: Hilfe für alkoholsüchtige Frauen und ihre Kinder

Die Fachklinik Haus Immanuel in Thurnau-Hutschdorf ist auf die Therapie von alkohol- oder medikamenten-abhängigen Frauen spezialisiert. Das Besondere: Auch die Kinder der Betroffenen werden hier in die Behandlung miteinbezogen.

„Wenn eine Mutter alkoholsüchtig ist, und das über viele Jahre, leiden vor allem die Kinder. Ihnen wird ein Stück Kindheit genommen, denn sie fangen oft an, sich um die Mutter zu sorgen“, weiß Marleen Reuter. Sie ist Physiotherapeutin in der Fachklinik Haus Immanuel und hilft, gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen, abhängigen Frauen auf dem Weg aus der Sucht – und bringt sie ihren Kindern wieder näher.

Europäischen Schätzungen zufolge sind in Deutschland etwa fünf bis sechs Millionen Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren von einer elterlichen Alkoholabhängigkeit betroffen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Haus Immanuel kümmern sich darum, die oftmals gestörte Mutter-Kind-Beziehung zu bessern, um so den Kindern wieder eine tragfähige Beziehung zur Mutter zu ermöglichen. Derzeit können bis zu zwölf Kinder in der Fachklinik betreut werden, insgesamt stehen 60 Therapieplätze zur Verfügung.

Das Angebot besteht aus medizinischer Betreuung, Psychotherapie, Ergotherapie, Sozialtherapie, Arbeitstherapie und Sporttherapie. So lernen die Patientinnen in der neu errichteten Turnhalle, deren Bau von der Deutschen Fernsehlotterie mit 206.000 Euro unterstützt wurde, wieder ein eigenes Körpergefühl zu entwickeln. Sie erhalten Impulse, wie sie in Zukunft ihre Freizeit – auch gemeinsam mit ihren Kindern – gestalten können. Zudem können Mutter und Kind beim gemeinsamen Sport wieder neues Vertrauen ineinander gewinnen. „Das Tollste an meiner Arbeit ist, wenn ich sehe, dass Familien wieder zusammenrücken“, sagt Marleen Reuter.

Im Interview mit der Deutschen Fernsehlotterie spricht sich die engagierte Physiotherapeutin deutlich gegen die Stigmatisierung alkoholkranker Menschen aus: „Dieses Problem gibt es in jeder gesellschaftlichen Schicht. Doch wer seine Alkoholsucht zugibt, wird sofort verurteilt. Was man aber nicht vergessen darf, ist, dass oft schlimme Schicksale zur Sucht geführt haben“, so Reuter. Das ganze Interview finden Sie ab Freitag, den 19. Februar 2018 auf Du-bist-ein-Gewinn.de.

Am kommenden Sonntag präsentiert Marleen Reuter außerdem die Gewinnzahlen der Fernsehlotterie in der ARD.

 

Die Deutsche Fernsehlotterie

Seit über 60 Jahren lernen wir, wo Hilfe nötig ist. So können wir zu jeder Zeit zielgenau unterstützen: Von 1956 bis heute erzielte die Fernsehlotterie einen karitativen Zweckertrag von über 1,8 Milliarden Euro und konnte damit mehr als 8.000 Projekte fördern. Kinder, Familien, Jugendlicher sowie Senioren, kranker Menschen und Menschen mit Behinderung wird so ein besseres Leben ermöglicht. Der größte Dank geht dabei an unsere Mitspieler, die dies durch ihren Loskauf überhaupt erst möglich machen.

Mindestens 30 Prozent der Einnahmen aus dem Losverkauf der Fernsehlotterie fließen über die Stiftung Deutsches Hilfswerk direkt in soziale Projekte und Einrichtungen im ganzen Land. Im Jahr 2016 unterstützte die traditionsreichste Soziallotterie Deutschlands über 600 gemeinnützige Projekte mit rund 90 Millionen Euro. Alleine in Bayern wurden 2017 ganze 55 Hilfsprojekte mit rund 8,4 Millionen Euro gefördert.

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