Digitalisierung trifft soziale Innovation

Wie erhalte ich mit einem gemeinnützigen Unternehmen finanzielle Förderungen? Nach welchen Kriterien wird ein Förderantrag gewertet? Zu diesen Fragen konnten sich die Teilnehmenden bei Z2X22 in einer Frag-mich-alles-Session mit Dr. Dennis Bock, Teamleitung Projektförderung der Stiftung Deutsches Hilfswerk, und Julia Thomas, Researcher bei krisenchat, austauschen. krisenchat wird als erstes digitales Modellprojekt aus Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie unterstützt.

Z2X22 - Ideenfestival Zeit Online
Dr. Dennis Bock, Stiftung Deutsches Hilfswerk, und Julia Thomas, Researcher bei krisenchat, auf der Z2X22

krisenchat ist ein psychologisches Hilfsangebot für Kinder und Jugendliche – via Chat in Echtzeit, ohne Registrierung und kostenlos können junge Menschen dort nach Hilfe fragen und chatten. Die Covid-19-Pandemie und deren Auswirkungen haben besonders junge Menschen in einem hohen Maße psychisch belastet. Mit krisenchat hat das Team um Julia Thomas ein Gegengewicht dazu geschaffen, Jugendlichen ein Gesprächsangebot gemacht und sich dabei gleichzeitig den Fragen gestellt: Was können wir bewirken? Welchen Einfluss hat unser Projekt in einer dynamischen Gesellschaft?

Schon während der Bewerbungsphase haben sich Julia Thomas und Dennis Bock ausgetauscht. Er betont: „Nutzt die Beratung am Telefon, sprecht mit uns und habt keine Hemmungen Fragen zu stellen. Es ist ärgerlich, wenn eine Bewerbung um Fördermittel an Formalien scheitert, und das kann durch die Beratung verhindert werden.“ Hilfreich ist außerdem der FAQ Selfcheck auf unserer Website und die sieben Schritte zu einer Projektförderung. „Stellt euch dabei immer die Frage: Wie grenzt euer Projekt sich von anderen ab und warum? Welche Versorgungslücke möchtet ihr damit schließen? Welchen innovativen Ansatz verfolgt ihr?“, sagt Dennis Bock.

In der zweiten Session “Digitalisierung für ein besseres gesellschaftliches Miteinander: Wir brauchen Deine Ideen!” stand der Austausch von Ideen und Visionen im Mittelpunkt, um so zu erfahren, was die Bedürfnisse und Ansprüche an digitale gemeinnützige Projekte sind. Die Digitalisierung stellt soziale Unternehmen, Stiftungen und Menschen in vielen Lebensbereichen vor besondere Herausforderungen. Dabei sollte Digitalisierung nicht zum Selbstzweck werden, sondern auf klugen Konzepten für die unterschiedlichen Bereiche basieren, sagen Tobias Kanschick und Reto Töllner von der Stiftung Deutsches Hilfswerk zu Beginn der Session.

Im Workshop wurden die Teilnehmenden um eigenen Input gebeten, um die Frage zu beantworten:   Was stellt ihr euch unter dem Begriff „Digitalisierung“ im sozialen Bereich idealerweise vor? In welchem sozialen Bereich fehlt es an Digitalisierung? Welche Lösungsmöglichkeiten seht ihr, um Lücken bei der Digitalisierung in der sozialen Arbeit zu schließen?

Im Anschluss konnten die Teilnehmenden konkrete digitale, gemeinnützige Ideen pitchen oder von bereits etablierten Projekten und Ideen erzählen. Durch den offenen Diskurs stellten sich auch potenzielle Hindernisse für digitale Projekte heraus: Sprachbarrieren, Bildungsvoraussetzungen und Zugänge für ältere Menschen. Die Teilnehmenden erzählten im Anschluss an die Session, wie bereichernd sie den Austausch mit der Stiftung Deutsches Hilfswerk empfanden und dass sie sich nun teilweise selbst dort um eine Förderung bewerben werden.