Cybermobbing: Was tun?

Fast jeder fünfte Jugendliche ist von Cybermobbing betroffen. Im Gegensatz zum „traditionellen“ Mobbing hört dieses jedoch nicht nach der Schule auf – die Opfer haben auch im Privatleben keine Chance zu entkommen! Eine App will helfen.

Während früher das Mobbing vor allem in der Schule und auf dem Schulweg stattfand, hat sich mit Aufkommen der neuen Kommunikationsmedien auch eine neue Form von Mobbing entwickelt: Das Cybermobbing (auch Cyber-Bullying, E-Mobbing o. Ä.). Beleidigungen, Bloßstellungen oder Belästigungen enden nun nicht mehr spätestens vor der Haustür, sondern finden im Internet oder übers Smartphone – und damit Rund um die Uhr – statt.

Mobbing im Netz verbreitet sich schnell                                        

Cybermobbing kann dabei ganz unterschiedliche Formen annehmen: Von diffamierenden Fotos oder Filmen über „Läster“-Gruppen in Chats und Communitys bis hin zu Unwahrheiten, die vom Täter über ein gefälschtes Konto unter dem Namen des Betroffenen in den sozialen Netzwerken verbreitet werden. Die sogenannten „Cyber-Bullies“ wägen sich nicht selten unter dem Deckmantel der Anonymität in Sicherheit. Die Diffamierungen verbreiten sich rasend schnell im Netz und werden einem unüberschaubar großen Publikum zugänglich gemacht. Die Opfer kämpfen lange mit den Demütigungen und Verletzungen. Doch was tun, wenn man betroffen ist? Was, wenn die Scham, sich z.B. dem Lehrer oder einem Elternteil anzuvertrauen, zu groß ist?

Die CyberhelpAPP: Anonyme Beratung rund um die Uhr

Die Stiftung Medien- und Online Sucht Lüneburg holt Kinder und Jugendliche dort ab, wo das moderne Mobbing stattfindet: im Netz. Und zwar nicht nur die Mobbing-Opfer, sondern auch Mitwissende – oder Täter. Für alle drei Gruppen bietet die CyberhelpApp in Form von Check-Listen Erste Hilfe. Die Berater*innen sind zudem per Chat oder E-Mail (Antwort in beiden Fällen innerhalb von 24 Stunden), Live-Chat (zu festgelegten Uhrzeiten) oder per Telefon zu erreichen. Dabei haben die Betroffenen die Möglichkeit, anonym zu bleiben. Das Wichtigste ist: Hier erhalten sie konkrete Hilfe für ihre ganz persönliche Situation.

Förderung durch die Deutsche Fernsehlotterie

Mit Hilfe der 119.000 Euro Förderung der Deutsche Fernsehlotterie konnte die Stiftung Medien- und Online Sucht zwei Fachkräfte für die Onlineberatung eingestellt. Die CyberhelpApp ist eines von vielen sozialen Projekten in Deutschland, welche die Fernsehlotterie unterstützt. So flossen 2017 über die Stiftung Deutsches Hilfswerk rund 73,2 Millionen Euro Fördergelder in 469 soziale Projekte und Einrichtungen in ganz Deutschland. Die komplette Förderkarte für das vergangene Jahr sowie weitere Informationen finden Sie in unserem Jahresbericht. Spannende Einblicke in vielfältige Projekte gibt zudem „Du bist ein Gewinn – Das Magazin“.

 

Teilen
Teilen

Weitere spannende Artikel

Konflikte lösen, Mobbing stoppen

Durch Gewaltprävention Mit insgesamt 68.513 Euro förderte die Fernsehlotterie die Jugendarbeit des Caritas Verbandes in Haiger.

Mehr erfahren

Kinder haben Rechte

Am Kindertag stehen Kinder, ihre Bedürfnisse und Rechte im Mittelpunkt. Aber warum feiern wir ihn zweimal? Und welche Rechte haben Kinder?

Der Starke hilft dem Schwachen: Stammzellenbank aus Nabelschnurblut

Der Starke hilft dem Schwachen: die Stammzellenbank aus Nabelschnurblut, gefördert von der Fernsehlotterie mit 300.000 Euro.

Mehr erfahren

Alltagshelden für Alte

Aktivierung schützt vor Demenz. Darum besuchen die „Grünen Damen und Herren“ in Hamm einsame Senioren, damit sie geistig fit bleiben.