Deutsche Fernsehlotterie fördert Ausbildungsboot der Seenotretter

Gut zehn Meter lang, weniger als einen Meter Tiefgang und äußerst seetüchtig – dies sind einige markante Merkmale des neuesten Spezialschiffs der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Das Boot der Seenotretter wurde am 27. Oktober 2018 im holsteinischen Neustadt auf den Namen MERVI getauft.

Das neue Schiff mit der internen Bezeichnung SRB 72 ist der erste Neubau für die praktische Aus- und Fortbildung der Seenotretter. „Dank der Förderung durch die Deutsche Fernsehlotterie erhalten wir ein Boot auf dem neuesten Stand der Technik. Unsere Besatzungen können jetzt mit dem gleichen Material trainieren, das sie auch auf ihren Stationen vorfinden“, sagt der Vormann der Ausbildungsstation Wolfgang Behnk. Die Deutsche Fernsehlotterie hat das Spezialschiff mit 525.000 Euro gefördert, was gut der Hälfte der Baukosten entspricht.

  • Foto: Die Seenotretter – DGzRS, David Hecker
  • Foto: Die Seenotretter – DGzRS, David Hecker
  • Larissa Buck (Leiterin Lehrbetrieb der Seenotretter-Ausbildungsstation Neustadt), Mandy Schmidt (Taufpatin und NDR-Radiomoderatorin) und Wolfgang Behnk (Vormann der Seenotretter-Ausbildungsstation Neustadt), Foto: Die Seenotretter – DGzRS, David Hecker
  • Foto: Die Seenotretter – DGzRS, David Hecker
  • Foto: Die Seenotretter – DGzRS, David Hecker
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    Christian Kipper (Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie) an Bord der MERVI.

Die hohe Einsatzbereitschaft der Seenotretter begeistert Christian Kipper, Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie: „Mit der Hilfe unserer Mitspielerinnen und Mitspieler stärken wir das solidarische Miteinander in unserer Gesellschaft – an Land und jetzt auch auf See. Wir freuen uns, dass wir die wichtige Arbeit der Seenotretter mit unserer Förderung unterstützen können.“

Bereits bei der Kiellegung Anfang August 2017 war eine Gedenkmedaille der Deutschen Fernsehlotterie in eine Sektion des Rumpfes eingelegt worden. Einer Schiffbautradition folgend wird sie nun bei jeder Fahrt dabei sein. Das soll den Seenotrettern Sicherheit, Glück und Gesundheit verheißen.

NDR-Radiomoderatorin Mandy Schmidt taufte das neue Ausbildungsboot auf den Namen MERVI. Sie wünschte „allzeit gute Fahrt und der Besatzung stets eine sichere Heimkehr“. Der Name des Neubaus, ein finnischer Mädchenname, erinnert auf Wunsch der Deutschen Fernsehlotterie an eine ihr eng verbundene und sozial überaus engagierte Frau, die früh verstorben ist und drei Kinder hinterlassen hat. „Mit ihrem lebensbejahenden, geradezu stürmischen, skandinavisch-herzlichen Charakter passt sie als Namengeberin sehr gut zu diesem neuen Boot der Seenotretter“, sagt Christian Kipper.

Die MERVI ist eines von zwölf Neubauten des gleichen Typs. Allerdings wurde sie in einigen Punkten gegenüber den anderen Einheiten ihrer Klasse deutlich verändert. Unter anderem verfügt sie über zwei Radargeräte, zusätzliche Arbeitsplätze für Ausbilder unter Deck und die Möglichkeit, den Fahrstand abzudunkeln, um Nebel- und Nachfahrten zu trainieren. Gefahren wird die MERVI wie ihre Schwesterschiffe von Freiwilligen. Auch die Ausbilder der Seenotretter sind ehrenamtlich tätig, genauso wie mehr als 800 der rund 1.000 Seenotretter an Nord- und Ostseeküste.

Über die Seenotretter

Die DGzRS ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hält sie rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf 55 Stationen zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten einsatzbereit – rund um die Uhr, bei jedem Wetter. Jahr für Jahr fahren die Seenotretter mehr als 2.000 Einsätze, koordiniert von der Seenotleitung Bremen der DGzRS (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre). Die gesamte unabhängige und eigenverantwortliche Arbeit der Seenotretter wird ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert, ohne Steuergelder. Seit Gründung der DGzRS 1865 haben ihre Besatzungen rund 85.000 Menschen aus Seenot gerettet oder drohenden Gefahren befreit. Schirmherr der Seenotretter ist der Bundespräsident.