Das Sorgentelefon – Eine Nummer für Hilfe und Trost

Freude und Leid liegt für Familien mit einem unheilbar kranken Kind dicht beieinander. Die Mitarbeiter des Sorgentelefons „Oskar“ in Neuss beraten Betroffene und unterstützt sie im Alltag – rund um die Uhr.

Mütter, Väter, Großeltern, Freunde und auch die betroffenen Kinder und Jugendlichen selbst: Bei „Oskar“ rufen alle an. Wenn ein Kind so schwer erkrankt ist, dass es sterben muss, gerät das Leben für die ganze Familie aus den Fugen – und wird von starken Gefühlen bestimmt: Freude über die gemeinsame Zeit, aber auch Trauer, Verzweiflung und Ohnmacht. Ohne Hilfe können die kleinen Patienten und ihre Angehörigen den Alltag und damit die Zeit, die ihnen bleibt, kaum bewältigen. Das „Oskar“-Sorgentelefon bietet Betroffenen seelischen Beistand und Beratung durch speziell geschulte Mitarbeiter, kostenlos, 24 Stunden am Tag – wenn sie wollen, anonym.

Dieter Hallervorden präsentiert Gewinnzahlen

„Ich glaube, dass sich viele Familien, in denen ein unheilbar krankes Kind lebt, oft alleine gelassen fühlen“, sagt Schauspieler Dieter Hallervorden, der das Projekt unterstützt. „Sie brauchen Trost und Zuspruch. Ich glaube, dass es dabei nicht einfach nur mit Geld getan ist, sondern man muss versuchen, die Leute mit dem Herzen zu erreichen.“ Am kommenden Sonntag, den 2.4.2017, präsentiert Hallervorden als Schirmherr des „Oskar“-Sorgentelefons die Gewinnzahlen der Fernsehlotterie in der ARD.

Die erste Adresse für Fachfragen

„Oskar“ wurde 2016 vom Bundesverband Kinderhospiz ins Leben gerufen und mit dem Bundespreis „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet. Die Organisation vertritt stationäre und ambulante Kinderhospizeinrichtungen in Deutschland, rückt das Thema „Kinder und Tod“ ins Bewusstsein und holt betroffene Familien aus dem sozialen Abseits. Vielen Eltern fällt es aber schwer, sich direkt an ein Kinderhospiz zu wenden. „Für sie ist das Hospiz gleichbedeutend mit Sterben“, sagt „Oskar“-Beraterin Cordula. „Dabei ist es im Gegenteil das Ziel, das Leben zu begleiten.“ Das Projekt versteht sich deshalb auch als Brücke. Die Berater nehmen sich nicht nur Zeit für Trost und Beistand – vor allem auch in der Trauerphase – sondern sie haben Zugriff auf eine Datenbank mit rund 15.000 Adressen und Anlaufstellen, die zum jeweiligen Bedarf und Wohnort passen. Oftmals entscheiden die Anrufer nach dem Telefonat, doch ein Kinderhospiz zu kontaktieren.

Wir freuen uns, dass wir die Einrichtung des Oskar-Sorgentelefons mit 100.000 Euro unterstützen konnten. Über die letzten Jahre wurden Einrichtungen der Kinderhospizarbeit mit insgesamt über 2,5 Millionen Euro von der Fernsehlotterie gefördert. Seit über 60 Jahren lernen wir, wo Hilfe nötig ist. So können wir zu jeder Zeit zielgenau unterstützen: Von 1956 bis 2017 erzielte die Fernsehlotterie einen karitativen Zweckertrag von über 1,8 Milliarden Euro und konnte damit mehr als 8.000 Projekte fördern. Kindern, Jugendlichen und Familien, Senioren, Migranten sowie Menschen mit Behinderung wird so ein besseres Leben ermöglicht. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden im Jahr 2016 ganze 88 Hilfsprojekte mit über 11,9 Millionen Euro gefördert.

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