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Ein Sieg für Chancengleichheit, Demokratie und Begegnung – und ein Blick in die Zukunft

Am 5. September wurden auf der Preisverleihung in Berlin die Bundessieger des Deutschen Nachbarschaftspreises gekürt. Die besten Nachbarschaftsprojekte Deutschlands erhielten ein Preisgeld in Höhe von 10.000, 7.000 und 5.000 Euro. Auch das von der Deutschen Fernsehlotterie geförderte „NeNo – Netzwerk Norderstedt“ war unter den Nominierten – Koordinatorin Bärbel Joppien plant, inspiriert von den vielen unterschiedlichen Projekten, bereits neue Ideen für die Zukunft.

„Engagierte Nachbarn sind der Pulsschlag der Demokratie“, sagt Sebastian Gallander, Geschäftsführer der nebenan.de Stiftung, zu Beginn der Veranstaltung. Und hebt damit noch einmal hervor, worum es bei der Preisvergabe geht: Um die Anerkennung und die Würdigung des Engagements vieler Menschen, die einen wichtigen Beitrag zu lebendigen Nachbarschaften und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland leisten!

Das sind die Bundessieger des Deutschen Nachbarschaftspreises 2018

Christian Kipper, Geschäfstführer der Deutschen Fernsehlotterie und der Stiftung Deutsches Hilfswerk, überreichte Liselotte Hartmann vom Projekt Nauwieser Picknick den Deutschen Nachbarschaftspreis für den dritten Platz.

Die Nauwieser Nachbarn in Saarbrücken organisieren in ein jährliches Picknick mit Anwohnern aus allen Alters-, Herkunfts- und Einkommensgruppen und stärken so die lokale Gemeinschaft. „Die Menschen aus dem Nauwieser Viertel haben einfach Spaß daran, etwas zusammen zu machen“, sagt Jury-Mitglied Christian Kipper (4.v.l.), Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie und der Stiftung Deutsches Hilfswerk, der Liselotte Hartmann (3.v.l.) den Preis überreichte. „Es ist ein sympathisches Projekt, das rundherum stimmig ist.“ Für diesen engagierten Einsatz im Viertel wurde das Projekt zum dritten Bundessieger gewählt und erhielt 5.000 Euro.

Liv Sommer vom Demokratiebahnhof Anklam nahm den Deutschen Nachbarschaftspreis 2018 entgegen. Mit hrem Projekt landete sie auf Platz 2.

Der zweite Platz und damit 7.000 Euro Preisgeld gingen an den Demokratiebahnhof in Anklam, Mecklenburg-Vorpommern. Das Jugend- und Kulturzentrum trägt zur Entwicklung einer lebendigen Zivilgesellschaft bei und ermutigt junge Menschen, ihre Fähigkeiten im Interesse des Gemeinwohls einzubringen. Das Team setzt sich für Demokratie und Toleranz ein und lässt sich auch von Anfeindungen – im Sommer 2017 wurde ein Brand- und Farbanschlag auf das Gebäude verübt – nicht einschüchtern. Den Preis, der von Diakonie-Vorständin Maria Loheide (r.) überreicht wurde, nahm Liv Sommer (M.) entgegen.

Lena Wiewell nahm den Deutschen Nachbarschaftspreis 2018 für das Projekt "Tausche Bildung für Hilfe" entgegen, das zum ersten Bundessieger gekürt wurde.

Zum Sieger des Abends wurde das Projekt „Tausche Bildung für Wohnen“ aus Duisburg-Marxloh, Nordrhein-Westfalen, gekürt. Bei dem Stadtteilprojekt eröffnen Bildungsparten benachteiligten Kindern neue Chancen: Die jungen Erwachsenen im Bundesfreiwilligendienst, Studierende oder Auszubildende, ziehen für mindestens ein Jahr in den Stadtteil im sozialen Brennpunkt und können dort mietfrei wohnen. So wird dem Immobilienleerstand entgegengewirkt und die soziale Durchmischung im Stadtteil gefördert. Im Gegenzug betreuen die Paten nach einer Qualifizierung benachteiligte Kinder des Stadtteils. Für den ersten Platz erhält das Projekt ein Preisgeld von 10.000 Euro, die Trophäe wurde von Städtetagspräsident Markus Lewe (r.) an die zu Tränen gerührte Lena Wiewell (M.) überreicht.

Netzwerk Norderstedt – Ein Blick in die Zukunft

Auch das von der Deutschen Fernsehlotterie geförderte Projekt „NeNo – Netzwerk Norderstedt“, das Nachbarn- für- Nachbarn Gruppen“ initiiert, in denen Menschen sich kennenlernen und zu hilfreichen Gemeinschaften zusammenwachsen, war in diesem Jahr für den Deutschen Nachbarschaftspreis nominiert. Für Bärbel Joppien, Koordinatorin des Projekts, eine große Anerkennung. Deshalb ist sie auch nicht enttäuscht, dass NeNo diesmal nicht unter den Preisträgern ist. „Ich finde es wahnsinnig spannend, diese Vielfalt zu erleben und dabei zu sein, wenn die Menschen ihre Preise in Empfang nehmen und ihre Freude zu sehen“, sagt sie. „Das hätte ich mir natürlich auch für NeNo gewünscht, aber auf der anderen Seite hat das hier wirklich jeder verdient. Das, was die verschiedenen Menschen und Initiativen auf die Beine gestellt haben, ist in jeder Hinsicht beeindruckend. Ich gönne jedem hier diese Auszeichnung!“

Bärbel Joppien vom Netzwerk Norderstedt.

Mit leeren Händen geht Joppien ohnehin nicht nach Hause. Für NeNo hat sie einige Ideen mitgenommen, andere, die bereits bestanden, weiter gefestigt: „Ich bemühe mich stets, neue Projekte zu entwickeln“, sagt sie. Wichtig ist ihr, auch die Nachbar*innen zu erreichen, die nicht zu den Gruppentreffen gehen können. „Deshalb wird am Bekanntmachen von Telefonketten gearbeitet: Kleine Gruppen von bis zu fünf Leuten rufen sich täglich an, fragen nach, wie es geht. Und wenn sie niemanden erreichen, haben sie zusätzlich die Nummer der Nachbarin oder eines Angehörigen.“

Info

  • Die drei Bundessieger des Deutschen Nachbarschaftspreises 2018 wurden aus den 16 Landessiegern ermittelt, die ebenfalls auf der Preisverleihung ausgezeichnet wurden und ein Preisgeld von 2.000 Euro erhalten. Der Publikumspreisträger „Mein Ickern “ aus dem Ruhrgebiet, der aus dem Online-Voting hervorging, freut sich über ein Preisgeld von 5.000 Euro. Hier findest Du eine Übersicht über alle Preisträger!
  • Eine lebendige Nachbarschaft und das solidarische Miteinander liegt auch der Deutschen Fernsehlotterie sehr am Herzen. Seit vielen Jahren fördern wir viele Projekte, die dies in ihrem Viertel umsetzen. Klar, dass wir auch beim Deutschen Nachbarschaftspreis als Partner mit an Bord sind!
  • Erfahre mehr über das Nachbarschaftsnetzwerk NeNo in unserer Reihe zum Deutschen Nachbarschaftspreis 2018: Teil 1: Der Kampf gegen die Einsamkeit und Teil 2: „Danke, NeNo!“ – Eine Nachbarin berichtet 

Eine weitere Idee, die Joppien gerade mit den Norderstedter Familienzentren umsetzt, ist ein generationenübergreifendes Projekt. Der Gedanke ist ein ähnlicher wie beim diesjährigen Landessieger Schleswig-Holstein, den Wahlverwandtschaften Alt & Jung: Das Projekt richtet sich an die Großelterngeneration, die mehr Kontakt zu Kindern haben möchte und an Familien mit Kindern, denen der Kontakt zu Großeltern fehlt. „Bei uns soll es Patengroßeltern heißen“, so die engagierte NeNo-Koordinatorin. „Da werde ich mich sicher noch mal mit den Kollegen aus Lübeck austauschen, wie sie das in die Wege geleitet haben.“

Aber auch Menschen aus dem Viertel kommen inzwischen mit eigenen Ideen auf Bärbel Joppien zu – so wurde bereits das Projekt „öffentliche Stühle“ im Stadtteil umgesetzt: An jedem Dienstag, bis Ende September, ist von 16 bis 18 Uhr die Initiatorin als Ansprechpartnerin vor Ort, um Vorübergehende und Interessierte zu informieren, wo sie in Norderstedt Unterstützung finden, falls Einsamkeit droht. Wer sich auf die grünen Stühle setzt, symbolisiert diese, dass sie mit jemandem in Kontakt treten möchte. Und am letzten Dienstag im Monat findet an den Stühlen, die in einem Park stehen, kleine Aktionen statt: Stuhlyoga, Punschtrinken oder auch ein Familienfest. Bärbel Joppien blickt positiv in die Zukunft: „Es ist schön zu sehen, wie unser Projekt eine Eigendynamik entwickelt und immer häufiger Menschen auf mich zukommen, um sich am Netzwerk zu beteiligen oder auch eine neue Gruppe zu gründen.“

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