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Brennen für die gute Sache – aber ohne Burnout

Innere Zufriedenheit und Anerkennung – ehrenamtliche Helfer engagieren sich für den guten Zweck. Doch wer für die gute Sache brennt, verausgabt sich schnell. Wie schützen sich ehrenamtliche Helfer?

„Menschen etwas Gutes zu tun, erfüllt mich mit innerer Zufriedenheit. Zumal ich meine Tätigkeit nicht als Arbeit empfinde, sondern als Geschenk,“ erzählt uns Hardy Herbe im Kurzporträt.  Der Mannheimer besucht mit den „Troubadouren“ kranke und ältere Menschen in Pflegeheimen. Hardy Herbe geht es wie vielen anderen ehrenamtlichen Helfern – sie empfinden ihr Engagement nicht als Arbeit und geben sehr viel von sich, weil sie das Gefühl haben viel zurück zu bekommen.

 

„Für mich persönlich ist das Ehrenamt eine große Ehre.“
Andrea Rhauderwiek, ehrenamtliche Helferin Lebenshilfe Hannover

Auch die Hannoveranerin Andrea Rhauderwiek erzählt im Kurzporträt : „Es ist ein tolles Gefühl, etwas Gutes zu tun. Außerdem ist das Ehrenamt für mich eine sehr gute Abwechslung zu meiner Arbeit.“ Sie engagiert sich ehrenamtlich bei der Lebenshilfe Hannover. Für Rhauderwiek ist das Ehrenamt eine große Ehre.

Gerade, wenn uns ein Engagement so gut tut und sich gar nicht wie Arbeit anfühlt, fällt es uns schwer Grenzen zu ziehen und an uns selbst zu denken. Doch genau das ist wichtig: Denn nur gesunde Helfer, die in sich ruhen, können langfristig für andere da sein.

 

Wichtig für Ehrenamtler: eigene Grenzen erkennen

Wo sollten Helfer die Grenze ziehen, um nicht über ihre eigenen Kräfte hinaus zu helfen und ein Burnout zu erleiden? Der erste Hinweis: Wer sich selbst schon mal ein „Helfersyndrom“ zugeschrieben hat, sollte ein wenig in sich hineinhören. Bereits Ende der Siebzigerjahre erschreckte die Wortschöpfung „Helfersyndrom“ des berühmten Münchner Psychoanalytikers und Autors Wolfgang Schmidbauer die medizinische Fachwelt. Damit Gesundheit und privates Umfeld der Helfer nicht unter dem ehrenamtlichen Engagement leiden, gibt es einiges zu beachten.

Mit Selbstreflexion und offener Fehlerkultur für den ehrenamtlichen Einsatz rüsten

Helfer sollten ihre unbewussten Bewältigungsstrategien erkennen, um sich psychisch für ihren Einsatz zu rüsten: Mit Selbstreflexion, Supervision und einer offenen Fehlerkultur können Menschen mit sozialen Aufgaben viele Belastungen besser wegstecken und emotional stabil bleiben. Gesunde Helfer, die nicht von Burnout bedroht sind, haben laut Schmidbauer einige Fähigkeiten gemeinsam; aus ihnen lässt sich eine schnelle Checkliste ableiten:

Info

  1. Du hast realistische Erwartungen von dem, was Du leisten kannst und wo Hilfe aussichtslos ist.
  1. Du erlaubst Dir negative Gefühle und nimmst Deine eigenen Bedürfnisse ernst.
  1. Du pflegst vielfältige Interessen und soziale Kontakte außerhalb des helfenden Engagements.
  1. Du entwickelst Dich mit der Aufgabe weiter und fühlst Dich intellektuell gefordert.
  1. Du bist gesundheitsbewusst und fühlst Dich in der Lage, psychische Belastungen zu meistern.
  1. Du zeigst Initiative und kannst Dich in die Gestaltung Deiner Organisation einbringen.
  1. Du schätzt Deine Kollegen und hast das Gefühl, unterstützt zu werden.

 

 

Wenn es an einem dieser Punkte mangelt, sollte man an sich arbeiten. Der Psychoanalytiker Schmidbauer vergleicht die Situation mit einem Sportler, der gesundheitlich angeschlagen ist und im Training besonders auf sich achtgeben muss. So stellen ehrenamtliche Helfer sicher, dass sie auch langfristig für andere da sein können.

Autorin

Rebecca Sandbichler

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1 Kommentar

Ilona Löhr (47) – 22.10.2017, 13:52 Uhr

Was könnte ich hier bei uns in Ratingen oder Heiligenhaus tun?

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