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Begegnungscafé: So schmeckt Gemeinschaft!

In Backnang sitzen beim interkulturellen Begegnungscafé viele unterschiedliche Menschen an einem Tisch: ältere und jüngere Nachbarinnen und Nachbarn, alt eingesessene und frisch zugezogene. Über Kaffee und Kuchen kommen sie ins Gespräch, lernen einander kennen und verstehen – und schaffen so eine neue (Tisch-)Gemeinschaft.

„Hinter jedem Menschen steckt eine Geschichte“, sagt Heike Brand. „Die erfährt man aber erst, wenn man sich wirklich miteinander unterhält.“

Seit 2015 organisiert sie in Backnang ehrenamtlich ein Begegnungscafé – gestartet als Projekt in der Ankleide einer Turnhalle, die damals als provisorische Unterkunft für geflüchtete Menschen genutzt wurde. „Wir wollten etwas anbieten, das den Menschen etwas Abwechslung verschafft aber vor allem auch allen im Viertel die Möglichkeit bietet, miteinander in Kontakt zu kommen, sich auszutauschen und kennenzulernen.“

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Aber wo fängt man da an? Mit simplen Dingen, die eine Kommunikation für alle einfach macht – denn Kaffee und Kuchen kennen keine Sprachbarrieren. „Das wurde damals sehr gut angenommen und es läuft bis heute“, sagt Heike Brand. Inzwischen allerdings nicht mehr in einer Umkleide, sondern in den Räumen des Vereins Kinder- und Jugendhilfe Backnang e.V. „Seit dem ersten Zusammensitzen hat sich das Begegnungscafé immer weiterentwickelt“, erzählt die engagierte Ehrenamtliche. „Man hilft sich gegenseitig. Zum Beispiel, wenn es um Bewerbungen geht. Oder einfach nur darum, die Sprachkenntnisse weiter zu festigen. Und das alles bei Kaffee, Kuchen und Keksen.“

Viele Stücke Rhababer-Streuselkuchen auf einem Teller

Aus dem anfänglichen Kennenlernen ist in den vergangenen fünf Jahren ein buntes Miteinander geworden: So packen heute auch ehemalige Teilnehmende bei der Organisation des Begegnungscafés mit an. „Ich freue mich so sehr darüber, dass viele, die am Anfang in der Turnhalle dabei waren – damals teilweise noch Jugendliche – jetzt selbst Verantwortung übernehmen und helfen: älteren Menschen, aber auch denen, die neu bei uns sind“, sagt Heike Brand.

Von Zubereitung, Zutaten und Zwischenmenschlichem

Neben dem Begegnungscafé organisiert der Verein Kinder- und Jugendhilfe Backnang e.V. im Rahmen des „Weltcafés“ noch weitere Aktionen, die über die Universalsprache „Essen“ Menschen zusammenbringen. „Wir haben schon einige Kochabende gemacht“, erzählt Projektleiterin Tatjana Riekert. „Beim ersten Mal gab es ein Menü mit Rezepten aus dem arabischen Raum. Die Frauen haben gemeinsam gekocht und dabei fand ein ganz toller Austausch statt.“ Dreimal hat ein solches Event bereits stattgefunden – und die Gespräche über Zubereitung und Zutaten den Weg zu zwischenmenschlichen Themen gefunden. „So ein Abend dauert in der Regel drei bis vier Stunden. Das ist viel Zeit, um sich zu unterhalten, und es wird es auch sehr persönlich“, weiß Tatjana Riekert. „Es haben sich viele Bekanntschaften, aber auch einige Freundschaften daraus entwickelt.“

Essen auf einem Tisch, mehrere Hände nehmen sich etwas aus einer Schüssel.

Über das Weltcafé

Das „Weltcafé“ im soziokulturellen Familienzentrum fam futur ist eine lebendige Kommunikationsplattform für Kinder, Erwachsene, Familien und Ehrenamtliche mit und ohne Fluchthintergrund. Es bietet seinen Besucherinnen und Besuchern ein vielfältiges Angebot – darunter einige Aktionen, bei denen man gemeinsam kocht und isst.

Die Idee für das Weltcafés geht auf die Initiative einiger ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Flüchtlingshilfe in Backnang zurück. Das Hauptziel ist die Unterstützung der Integration geflüchteter Menschen und der Austausch zwischen den Kulturen. Die Umsetzung des Projekts vom Verein Kinder- und Jugendhilfe Backnang e.V. wurde von uns mit rund 75.000 Euro unterstützt.

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