70 Jahre Rosinenbomber: Die Geburtsstunde der Deutschen Fernsehlotterie

Am 12. Mai wurde in Berlin der Jahrestag des Endes der Berlin Blockade gefeiert. Für die Deutsche Fernsehlotterie ist dies ein besonderes Ereignis: Die Ursprünge von Deutschlands traditionsreichster Soziallotterie gehen auf die Hifsaktion „Ein Platz an der Sonne“ während der Luftbrücke zurück.

Rosinenbomber am Flughafen Tempelhof

Der Flughafen Tempelhof wurde am Sonntag, den 12. Mai zu einem riesigen Familienfest, mit historischem Jahrmarkt samt Riesenrad und Kinderkarussell. Besucher konnten einen damaligen Rosinenbomber sowie viele andere Original-Exponate bestaunen und wurden so in eine Zeitreise zur Berlin Blockade und der Hilfe durch die alliierten Rosinenbomber geschickt. Was viele nicht wissen: Die Rosinenbomber brachten nicht nur Hilfsgüter nach Berlin, sie flogen auch unterernährte Berliner Kinder in den Westen zur Erholung von der kriegszerstörten Stadt. Als am 20. September 1948 die ersten Berliner Kinder einen britischen Rosinenbomber Richtung Westdeutschland bestiegen, war dies nicht nur der Start einer einzigartigen Hilfsaktion, sondern gleichzeitig der Anfang der Entstehungsgeschichte der Deutschen Fernsehlotterie.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller (links) und Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie, Christian Kipper (rechts).
Der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller (links) und Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie, Christian Kipper (rechts).

Insgesamt wurden während der Blockade Berlins 14.496 Kinder und Jugendliche sowie 1.044 Mütter und Betreuer in den Westen geschickt. Vom 17. August 1953 bis 15. August 1957 wurden zudem von Tempelhof aus vom Nordwestdeutschen Rundfunk, dem Deutschen Roten Kreuz und der US Air Force die Kinderluftbrücke als Hilfsaktion für Kinder in Not durchgeführt, mit der insgesamt weitere 10.000 notleidende Kinder aus Westberlin in den Westen fliegen konnten, wo sie für sechs Wochen von Gastfamilien aufgenommen wurden. Die Kinderluftbrücke gilt heutzutage als herausragendes Beispiel für die internationale Hilfe, die Berliner Kinder in der Nachkriegszeit erhalten haben.

Die Geschichte der Deutschen Fernsehlotterie ist ein Stück deutsche Zeitgeschichte. Für uns sind die Kinderreisen, die aus der Berliner Luftbrücke entstanden sind, eine Herzensangelegenheit und fester Bestandteil unserer Arbeit.
Christian Kipper, Geschäftsführer Deutsche Fernsehlotterie und Stiftung Deutsches Hilfswerk
Christian Kipper, Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie und der Stiftung Deutsches Hilfswerk
Christian Kipper, Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie und der Stiftung Deutsches Hilfswerk

Am 28. April 1956 wurde die Hilfsaktion vom Ersten Deutschen Fernsehen mit der ersten Ziehungssendung „Ferienplätze für Berliner Kinder“ unterstützt – die Gründung der Deutschen Fernsehlotterie. Mit ca. 400.000 Fernsehzuschauern spielte die erste Sendung umgerechnet 820.000 Euro ein. Ab sofort konnten alle Deutschen hilfsbedürftige Kinder mit dem Kauf eines Loses unterstützen. Als Gewinn winkten beispielsweise ein Maßanzug, 100 Pfund Bohnenkaffee oder 150 Zentner Ruhrkohle. Der Erlös aus dem Losverkauf wurde anfangs dafür eingesetzt, vor allem armen Kindern Ferien zu ermöglichen. Die Deutsche Fernsehlotterie präsentierte auf dem Fest der Luftbrücke die Historie der Kinderreisen von damals bis heute. Zudem wurden am Stand drei Sondereditionen „Luftbrücke Berlin“ des Uhrenwerks Weimar verlost, die den persönlichen und humanitären Einsatz der Piloten und aller anderen Beteiligten würdigen.

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    Rosinenbomber am Flughafen Tempelhof
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    Pressesprecher Daniel Kroll im Gespräch mit Besuchern.
  • Besucher am Stand der Deutschen Fernsehlotterie
    Besucher am Stand der Deutschen Fernsehlotterie.
  • Überblick über das Fest der Luftbrücke
    Rosinenbomber am Flughafen Tempelhof.
  • Geschäftsführer Christian Kipper mit den Gewinnern der Uhren.
    Geschäftsführer Christian Kipper mit den Gewinnern der Uhren.
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    Das Team der Deutschen Fernsehlotterie.
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    Das Flugfeld am Flughafen Tempelhof.

Die Kinderreisen heute

Auch heute noch ermöglicht die Deutsche Fernsehlotterie jedes Jahr rund 1.000 Kindern und Jugendlichen kostenlose Ferien, die sie sich sonst nicht leisten könnten, und setzt so ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Armut. Die Kinderreisen der Deutschen Fernsehlotterie haben dabei immer einen pädagogischen Mehrwert und zeigen eine alternative Freizeitgestaltung auf – von Fußball-, Tanz- oder Zirkus-Training bis zur Tierpflege auf dem Bauernhof. War es im Jahr 1948 eine Auszeit aus dem kriegszerstörten Berlin, die den Kindern gegeben wurde, können heute Kinder aus finanziell und sozial benachteiligten Familien ein paar unbeschwerte Tage in den Sommerferien genießen, die oftmals ihr einziger Urlaub sind.