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Gar nicht so „Simpel“

Schauspieler David Kross hat schon „Titanic“-Star Kate Winslet vorgelesen („Der Vorleser“), mit Regie-As Steven Spielberg gedreht („Die Gefährten“) – doch sein neuester Film stellte ihn vor die größte Herausforderung seiner Karriere: Er spielt „Simpel“, einen geistig behinderten jungen Mann.

Es ist eine berührende Geschichte: Als die Mutter von Barnabas, der von allen nur Simpel genannt wird, und seinem Bruder Ben (gespielt von Frederick Lau) überraschend stirbt, soll der geistig behinderte Simpel in ein Heim. Doch Ben verhindert dies im letzten Moment. Gemeinsam mit seinem Bruder macht er sich los auf einen Roadtrip nach Hamburg um dort ihren Vater aufzusuchen, der sich nach der Geburt von Simpel von der Familie abgewandt hat. Auf ihrem Weg erleben die beiden aufregende Abenteuer, lernen neue Freunde kennen – und starten in eine Zukunft, mit der keiner von beiden gerechnet hätte…


(Foto: Universum Film)

Im Interview mit der Deutschen Fernsehlotterie verriet Hauptdarsteller David Kross, was er an „Simpel“ schätzt und was die größte Herausforderung an seiner Rolle war.

Herr Kross, wie würden Sie ihre Figur Simpel beschreiben?
Simpel lacht gerne und hat viel Spaß am Leben. Er liebt die Menschen, die mit ihm in Kontakt gehen. Wenn er in eine Situation kommt, die er als eher negativ empfindet, merkt er das sofort ohne die Situation intellektuell erfassen zu können. Er ist in gewisser Weise Meister darin im Hier und Jetzt zu sein.

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?
Ich hatte großen Respekt vor der Rolle und wollte auf keinen Fall einen bestimmten Menschen imitieren. Ich hatte einige Gespräche mit Fachleuten, Psychologen und Psychiatern. Und habe viel beobachtet in verschiedenen Einrichtungen z.B. Wohngruppen oder Behindertenheimen. Ich habe mich an die Begegnungen mit Menschen mit Behinderungen erinnert, als ich noch Kind und Jugendlicher war und daran was mich persönlich damals fasziniert, beeindruckt, erstaunt oder auch verunsichert hat. Diese Eindrücke haben mir dann geholfen die Rolle Simpel zu kreieren.

Was war für Sie die größte Herausforderung an dieser Rolle?
Die größte Herausforderung war in der ganz eigenen Körperlichkeit und in der Sprache sehr genau zu bleiben. Ich habe das trainieren müssen. Erst wenige Minuten und dann immer länger. Es war sozusagen wie eine Art Konditionstraining.

In welchen Einrichtungen oder welcher Art von Einrichtung waren Sie zur Vorbereitung?
Ich war in verschiedenen Einrichtungen in Berlin und in einer Wohngruppe. Ich war dort des öfteren zu Gast. Die Diskotage, wenn wir gemeinsam getanzt haben, haben besonders Spaß gemacht.

Was haben Sie von den Menschen, die Sie dort kennengelernt haben, gelernt?
Ich habe gelernt, dass es so unendlich gut tun kann, nicht alles gleich zu bewerten. Dass diese Offenheit ein großer Gewinn an Lebensfreude sein kann.

„Simpel“ feierte am 6. Oktober Deutschlandpremiere auf dem Filmfest Hamburg. Der offizielle Kinostart ist am 9. November.